Der Rüstungskonzern Rheinmetall erweitert sein militärisches Portfolio um weltraumgestützte Aufklärung. Das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall ICEYE Space Solutions stellt der Bundeswehr im Rahmen der Initiative SPOCK-1 exklusiven Zugriff auf spezialisierte Radarsatelliten zur Verfügung. Damit festigt das Düsseldorfer Unternehmen seine Ambitionen außerhalb klassischer Heeres- und Landsysteme.
Medienberichten zufolge markiert der Vorstoß in weltraumgestützte Aufklärungstechnologien faktisch den Aufbau eines eigenständigen Geschäftsfelds. Das Engagement zielt demnach auch auf eine größere Ausschreibung für satellitengestützte Radaraufklärung ab, um die sich dem Vernehmen nach ebenfalls Airbus und OHB bewerben wollen.
Begleitet wird dieser Schritt von internationalen Missionen: Rheinmetall Italia und das Raumfahrtunternehmen Argotec ließen am 1. Oktober mit einer Trägerrakete von SpaceX einen ersten Satelliten in den Orbit befördern, der zur Luftraumüberwachung und Lageerfassung dienen soll.
Strategische Initiativen und operative Verträge
Der Vorstoß in den Weltraum ergänzt das operative Geschäft um technologisch anspruchsvolle Felder jenseits der traditionellen Munitions- und Panzerfertigung. Parallel dazu sicherte sich die US-Tochter American Rheinmetall Ende September einen Auftrag der U.S. Army. Die Vereinbarung im Volumen von rund 18,05 Millionen Euro umfasst die Produktion von 3.104 neuen MK93-Softmount-Lafetten sowie die Modernisierung von weiteren 245 Einheiten.
Zudem stärkte der Konzern am Donnerstag seine finanzielle Basis für künftige Aufgaben. Das Unternehmen erneuerte vorzeitig seine bestehende syndizierte Kreditlinie und stockte das Volumen von 750 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro auf.
Die erweiterte Fazilität steht für allgemeine Unternehmenszwecke zur Verfügung. Auf Führungsebene begleiteten Zukäufe diese Entwicklung: Unter anderem meldete Vorstandschef Armin Theodor Papperger Ende September über das Führungskräfte-Transaktionsregister den Erwerb eigener Unternehmensanteile.
Analysten blicken auf den Herbst
An der Börse notierte das Papier am Freitag zum Handelsschluss bei 935,30 Euro. Der Kurs bewegt sich damit nur 3,6 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief. Mit einem Abschlag von 29 Prozent verharrt der Titel zugleich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt.
Im Vorfeld des für November anberaumten Kapitalmarkttags gehen die Einschätzungen der Experten auseinander. Die Berenberg Bank stufte die Aktie herab und begründete dies mit Unsicherheiten bezüglich des mittelfristigen Wachstums nach 2030. Demgegenüber zeigten sich andere Analysehäuser am Freitag zuversichtlicher.
Das Analysehaus Bernstein bestätigte seine Einstufung mit „Outperform“ und einem Kursziel von 1.200 Euro, während RBC Capital Markets die Einstufung „Outperform“ mit einem Ziel von 1.600 Euro bekräftigte.
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