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Symbolbild, KI-generiert

Rheinmetall Aktie: Damen fordert 4,7 Milliarden Schadenersatz

Sektorbedenken und Projektaltlasten belasten Rheinmetall, während neue Standorte in Norwegen und Litauen sowie ein US-Auftrag hinzukommen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Aktie verliert 0,8 Prozent
  • F126-Verlust belastet die Wahrnehmung
  • Neuer Rheinmetall-Standort in Norwegen eröffnet
  • US-Auftrag über 20,7 Millionen Dollar gesichert

Eine sektorweite Neubewertung europäischer Verteidigungswerte setzt die Aktie von Rheinmetall unter Druck. Am Markt dominieren vor allem Zweifel an der Umsetzungsgeschwindigkeit des hohen Auftragsbestands sowie Nachwirkungen früherer Projektverluste. Im heutigen Handel gibt der Kurs um 0,8 Prozent nach und notiert bei 948,50 Euro. Damit bewegt sich das Papier nur noch 5,1 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 902,50 Euro.

Sektor-Umschichtung trifft Landsysteme

Ausschlaggebend für die jüngste Zurückhaltung der Investoren ist eine veränderte Risikowahrnehmung innerhalb der Rüstungsindustrie. Die Bank of America vollzog eine Neueinordnung europäischer Branchenwerte, bei der insbesondere klassische Landsysteme kritischer beurteilt werden.

Während Analyst David Holmes Unternehmen aus den Bereichen Gefechtsnetzwerke, Sensorik und Luftwaffe favorisiert und dabei Beständigkeit vor reines Wachstum stellt, geraten Anbieter schwerer Landsysteme in Mitleidenschaft.

Zusätzliche Belastung entsteht durch operative Altlasten. Neben einer gesenkten Umsatzprognose und anhaltenden Fragen zur Abarbeitung der vollen Auftragsbücher wiegt der Verlust des Marine-Großprojekts F126 nach.

Für das inzwischen gestoppte Fregattenprogramm hatte Rheinmetall seinerzeit ein Übernahmeangebot von 12,8 Milliarden Euro netto unterbreitet. Nun fordert die niederländische Damen-Werft fast 4,7 Milliarden Euro Schadenersatz vom Bund, was die Risiken bei komplexen Beschaffungsvorhaben erneut in Erinnerung ruft.

Kapazitätsaufbau in Nord- und Osteuropa

Ungeachtet der verhaltenen Kursentwicklung setzt der Konzern den Ausbau seiner europäischen Infrastruktur fort. In Norwegen eröffnete die Tochtergesellschaft Rheinmetall Nordic am heutigen Donnerstag einen neuen Standort in Skoppum. Die Anlage umfasst 4.579 Quadratmeter und ist für 127 Mitarbeiter ausgelegt, von denen zum Start 100 tätig sind.

Über einen 15-jährigen Mietvertrag sichert sich das Unternehmen dort Kapazitäten für Feuerleitsysteme, elektrooptische Lösungen und Lagebilderfassung.

Gleichzeitig erweitert Rheinmetall seine industrielle Präsenz an der NATO-Ostflanke. In der litauischen Freien Wirtschaftszone Kaunas begann der Bau einer 13.000 Quadratmeter großen Montage- und Reparaturanlage für schwere Militärfahrzeuge, darunter der Kampfpanzer Leopard 2A8. Das Projekt wird über Lithuania Defence Services realisiert, ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS. Beide Partner vereinbarten, jeweils 37,45 Prozent der Anteile zu behalten und 25,1 Prozent an die litauische Staatsholding EPSO-G Invest abzugeben.

Kleinere Auslandsaufträge stützen Basisgeschäft

Auch im US-Geschäft verbucht das Unternehmen operative Fortschritte. Die Tochtergesellschaft American Rheinmetall sicherte sich einen Festauftrag der Defense Logistics Agency im Volumen von 20,7 Millionen US-Dollar.

Die Vereinbarung beinhaltet die Fertigung von 3.104 Waffenlafetten des Typs MK93 sowie die Modernisierung von 245 bestehenden Systemen im US-Werk Maine. Die Lieferungen sollen im laufenden Jahr beginnen und bis Oktober 2027 abgeschlossen sein.

Ob diese anhaltenden operativen Zugänge ausreichen, um die Notierung dauerhaft zu stabilisieren, hängt für die Marktteilnehmer vor allem an der tatsächlichen Marge und Auslieferungsdisziplin der kommenden Quartale.

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