Berlin legt bei der Ukraine-Hilfe nach, doch vom Geldregen für die Luftverteidigung kommt bei Rheinmetall wohl nur ein kleiner Teil an. Die lukrativsten Anteile am Flugabwehrsystem IRIS-T gehen an Unternehmen aus Bayern.
Milliarden für den Luftschutz
Nach dem jüngsten Kanzlerbesuch in Kiew steht ein Militärhilfepaket von 1 Milliarde Euro im Raum, dazu 350 Millionen Euro für die ukrainische Energieinfrastruktur. Das Geld fließt zu einem großen Teil in die Boden-Luft-Verteidigung, allen voran in IRIS-T. Das System gilt in der Ukraine als zentraler Schutz gegen Drohnen, Marschflugkörper und Kampfjets.
An der Börse stützte das Rüstungswerte wie Rheinmetall und Hensoldt. Rheinmetall legte zuletzt moderat zu, ein Kurssprung blieb aus.
Der Grund liegt in der Wertschöpfung. Diehl Defence führt das IRIS-T-Konsortium und fertigt Suchköpfe und Lenkflugkörper. Hensoldt liefert das Radar TRML-4D. Branchenschätzungen zufolge entfallen bis zu 80 Prozent der Wertschöpfung eines Feuerleitkomplexes auf Elektronik, Optronik, Flugkörper und Software.
Rheinmetall bleibt Zulieferer
Rheinmetall ist über das Gemeinschaftsunternehmen Rheinmetall MAN Military Vehicles zwar eingebunden, liefert aber vor allem die Trägerfahrzeuge. Radar, Führungssysteme und Startgeräte sitzen auf Lkw der HX-Serie. Im konkreten Fall ist dieser Anteil offenbar eher gering. Das Geschäft dürfte für den Konzern daher deutlich weniger ergiebig ausfallen als für die bayerischen Konkurrenten.
Ein Drama ist das nicht. Die Auftragsbücher gelten ohnehin als gut gefüllt. Zudem mischt Rheinmetall an anderer Stelle mit: Beim autonomen Überwasserschiff K3 Scout des Partners Kraken, an dem der Konzern beteiligt ist, läuft seit April die Serienproduktion bei Blohm+Voss in Hamburg. Saab koppelt die Plattform nun mit seinem Giraffe-1X-Radar zu einem Drohnenabwehrsystem für See und Häfen.
Kurs deutlich unter dem Rekord
Die Aktie notiert aktuell bei rund 956 Euro. Vom Allzeithoch oberhalb von 2.000 Euro im Oktober 2025 hat sie damit mehr als die Hälfte eingebüßt. Die Erste Group bietet auf dieser Basis eine Aktienanleihe auf Rheinmetall, Airbus und BAE Systems an, die bei einem Kursrückgang von bis zu 35 Prozent 14,50 Prozent Jahreszins zahlen soll. Das zeigt, wie stark die Branche zuletzt korrigiert hat.
Der nächste konkrete Termin ist der Quartalsbericht am 5. November. Dann zeigt sich, ob das Auftragspolster die Kursschwäche aufwiegt.
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