Rheinmetall erweitert das technologische Betätigungsfeld und kooperiert bei der Treibstoffgewinnung mit dem norwegischen Wasserstoffspezialisten Nel ASA. Beide Unternehmen haben heute eine Absichtserklärung unterzeichnet, um gemeinsame Möglichkeiten zur dezentralen Produktion erneuerbarer synthetischer Kraftstoffe auszuloten.
Im Fokus der Initiative stehen Lösungen für militärische Einsätze sowie für kritische Infrastrukturen. Die Aktie des Düsseldorfer Rüstungskonzerns reagierte im heutigen Handel verhalten und verzeichnete bei 952,90 Euro einen leichten Rückgang um 0,7 Prozent.
Dezentrale Versorgung im militärischen Fokus
Die geschlossene Vereinbarung besitzt vorerst unverbindlichen Charakter. Inhaltlich sieht die Kooperation vor, dass Nel seine etablierte Elektrolyseurtechnologie beisteuert. Rheinmetall wiederum bringt sein sogenanntes Giga-PtX-Konzept sowie die eigene Expertise im Bereich der Systemintegration in die Partnerschaft ein.
Ziel der gemeinsamen Prüfung ist es, mobile oder dezentrale Einheiten zu entwickeln, die Kraftstoffe direkt vor Ort erzeugen können. Eine autarke Energieversorgung gilt in Krisensituationen und abgelegenen Einsatzgebieten als zentraler operativer Vorteil, da so lange Nachschublinien für Treibstoffe verringert oder abgesichert werden können.
Breit gefächerte Initiativen im In- und Ausland
Die Absichtserklärung fügt sich in eine Reihe jüngster Initiativen des Konzerns ein, die über das klassische Munitions- und Fahrzeuggeschäft hinausgehen. So treibt der Konzern den Ausbau der industriellen Kapazitäten voran. In Neuss begann am 6. Oktober die Serienproduktion von SAR-Aufklärungssatelliten. Im Rahmen des Programms SPOCK 1 erhielt die Bundeswehr direkten Zugriff auf mehrere der Einheiten.
Zudem vereinbarte Rheinmetall mit dem Zughersteller Alstom die Eckpunkte für eine Übernahme des Lokomotivwerks in Kassel, wobei detaillierte Modalitäten des Betriebsübergangs noch verhandelt werden.
Um den gestiegenen operativen Anforderungen und Vorfinanzierungen gerecht zu werden, stärkte der Konzern außerdem das finanzielle Fundament. Am 8. Oktober wurde die syndizierte Kreditlinie vorzeitig erneuert und ihr Volumen von 750 Millionen auf 1,5 Milliarden Euro verdoppelt.
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