Der Schweizer Vermögensverwalter Partners Group steht vor einer spürbaren Neuausrichtung seiner Produktpalette. Das Umfeld für Privatmärkte ist von veränderten Kundenpräferenzen und einer gestiegenen Nachfrage nach Liquidität geprägt.
Vor diesem Hintergrund adjustiert das Unternehmen seine Vehikel an beiden Enden des Spektrums: Während illiquidere Bestandsfonds umgebaut oder geordnet abgewickelt werden, rücken neue, ertragsorientierte Evergreen-Kreditstrukturen in den Mittelpunkt.
Umstrukturierung und Portfoliobereinigung bei Bestandsvehikeln
Für den Global Value SICAV kündigte Partners Group vor gut einer Woche eine Aufteilung in zwei Teilportfolios an. Der Fonds wies zuletzt einen Nettoinventarwert von 6,6 Milliarden Euro aus.
Das Management sieht vor, ein Teilportfolio künftig auf langfristigen Wertzuwachs auszurichten, während das zweite auf die Ausschüttung angesammelter Erträge fokussiert wird. Damit soll den differenzierten Rücknahme- und Ertragsbedürfnissen der Fondsinvestoren entsprochen werden.
Eine drastischere Konsequenz zog die geschlossene Struktur Partners Group Private Equity Limited. Vor gut einer Woche wählten Anteilseigner mit 74,1 Prozent der Anteile die Liquiditätsoption und verwarfen damit eine geplante Umstrukturierung. Wie Reuters berichtete, ordnete sich diese Abstimmung in den Kontext erhöhter Rücknahmeanträge bei einigen Fonds für Privatmärkte ein.
Bei der anschließenden formellen Abstimmung votierten 99,89 Prozent der Anteilseigner für die geordnete Verwertung des gesamten Anlageportfolios. Für die Investoren kündigte die Gesellschaft halbjährliche Rückzahlungen an, die am 31. März 2027 beginnen sollen.
Expansion im Bereich Private Credit
Als Gegenpol zu den Portfoliobereinigungen forciert das Institut den Ausbau fortlaufender Ertragsmodelle. Partners Group legte eine Private-Credit-Strategie auf, die als globales Multi-Sektor-Vehikel konzipiert ist.
Die offene Evergreen-Struktur richtet sich an institutionelle Kunden sowie an Anleger aus der privaten Vermögensverwaltung. Das angestrebte Renditeziel liegt im hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich, wobei der Ertrag überwiegend aus laufenden Einnahmen generiert werden soll.
Inhaltlich setzt die Strategie auf ein breit gefächertes Kreditportfolio. Vorgesehen sind direkte erstrangige Kreditvergaben, Zweitmarkttransaktionen mit Krediten sowie Fondsfinanzierungen. Ergänzt wird die Allokation durch Lizenzgebühren sowie opportunistische und liquide Kreditinstrumente. Mit dem Modell versucht das Haus, dem Bedürfnis nach regelmäßigen Ertragsströmen bei flexiblerer Handhabung Rechnung zu tragen.
Zurückhaltende Einstufung am Kapitalmarkt
Die Marktentwicklungen schlagen sich auch in den Erwartungen der Analysten nieder. Am 29. September senkte das Analysehaus Jefferies das Kursziel für Partners Group von CHF 710 auf CHF 605 und bestätigte die Einstufung mit „Hold“. Medienberichten zufolge kürzten die Experten ihre Schätzungen für den Gewinn je Aktie für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 um 10 beziehungsweise 11 Prozent.
An der Börse hinterließ das anspruchsvolle Umfeld deutliche Spuren. Seit Jahresanfang beläuft sich das Minus der Aktie auf 39 Prozent. Mit einem aktuellen Kurs von 646,60 Euro notiert das Papier 25 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Die kommenden Monate dürften zeigen, wie schnell die neu lancierten Strategien die Rückflüsse aus den abgewickelten Beständen kompensieren können.
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