Anleger von Partners Group blicken auf ein anspruchsvolles Marktumfeld. Mehrere Anlagevehikel des Schweizer Vermögensverwalters stehen parallel unter erheblichem Anpassungsdruck. Die Kombination aus veränderten Liquiditätswünschen institutioneller Kunden und gedämpften Ertragserwartungen prägt die Situation des Hauses und rückt die operative Aufstellung in den Mittelpunkt.
Kontrollierte Auflösung in London
Eine deutliche Zäsur zeichnet sich bei der an der Londoner Börse kotierten Partners Group Private Equity Limited ab. Anteilseigner, die 74,1 Prozent der Anteile vertreten, entschieden sich bei der Abstimmung über die Fondsabwicklung für die Liquiditätsoption. Damit wurde der ursprünglich verfolgte Restrukturierungspfad aufgegeben.
Die von Partners Group verwaltete Gesellschaft soll stattdessen kontrolliert aufgelöst werden. Partners Group erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AWP, diese Lösung gemeinsam mit dem Verwaltungsrat erarbeitet zu haben.
Umbau des Flaggschiff-Fonds
Parallel dazu steht die Neuausrichtung des Evergreenfonds Global Value SICAV im Fokus. Das etablierte Vehikel weist einen Netto-MOIC von 4,5x seit Auflegung sowie ein Nettovermögen von 6,6 Milliarden Euro aus. Vorgesehen ist die Überführung der Struktur in einen Umbrella-Fonds.
Medienberichten zufolge soll dieser Schritt die Evergreen-Strategie für Private Equity flexibler gestalten. Laut Bloomberg soll die Aufteilung in zwei Teilportfolios den unterschiedlichen Liquiditätsbedürfnissen der Investoren begegnen.
Geplant sind ein thesaurierendes Portfolio für langfristigen Wertzuwachs und ein ausschüttendes Portfolio zur Realisierung von Erträgen. Bloomberg zufolge soll damit eine Trennung von älteren Anlagen und neueren Investitionen geschaffen werden. Die Umsetzung dieses Umbaus steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Anteilseigner.
Zurückhaltende Analystenstimmen
Die Entwicklungen bei den Fondsvehikeln belasten auch die Schätzungen am Markt. Das Analysehaus Jefferies passte seine Erwartungen an und senkte am 29. September das Kursziel für Partners Group von CHF 710 auf CHF 605. Die Einstufung beließen die Analysten bei «Hold».
Gleichzeitig reduzierte Jefferies die Gewinnschätzungen je Aktie für die beiden kommenden Jahre um 10 beziehungsweise 11 Prozent. Als Belastungsfaktoren nannte das Haus Probleme bei Evergreen-Fonds sowie eine verzögerte Erholung des verwalteten Vermögens.
Diese verhaltenen Ertragsaussichten spiegeln sich auch im Börsenverlauf wider. Im Handel notiert die Aktie bei 636,80 Euro. Seit Jahresanfang verzeichnet das Papier damit einen Kursrückgang von 40 Prozent.
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