Nvidia steuert auf eine Marke zu, die vor wenigen Jahren undenkbar schien: 6 Billionen Dollar Börsenwert. Nach sieben Wochen Seitwärtsbewegung markierte der Chipkonzern am Freitag erstmals seit Mai wieder ein Rekordhoch und zog damit den Nasdaq-100 auf neue Bestmarken.
Optionsmarkt preist Rekord ein
Der Kursgewinn von 1,3 Prozent hebt den Börsenwert auf knapp 5,7 Billionen Dollar. Nvidia stellt rund 13 Prozent des Nasdaq-100 und etwa 8 Prozent des S&P 500. Entsprechend groß ist der Einfluss auf die Indizes.
Die Optionsmärkte rechnen mit weiteren Gewinnen. Nach den Preisen der Market-Maker liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Nvidia bis Monatsende die 6-Billionen-Schwelle erreicht, bei etwa 50 Prozent. Bis zum 18. Dezember steigt sie auf rund 67 Prozent. Für 7 Billionen Dollar bis Ende November ergibt sich eine Chance von etwa eins zu sechzehn. Dafür müsste die Aktie auf 248 Dollar steigen.
Auffällig ist die Schieflage bei den Optionen. Viele Calls handeln mit höherer impliziter Volatilität als vergleichbare Puts. Dieser „Call Skew“ deutet darauf hin, dass sich Händler eher gegen einen weiteren Anstieg absichern als gegen einen Rückschlag.
Rückenwind durch Aktienrückkauf und Bewertung
Zusätzliche Unterstützung kommt vom angekündigten Aktienrückkauf. Ben Emons von Highline Asset Management bezeichnet ihn als mehr als eine Ausschüttung: Er zeige das Vertrauen in die langfristige KI-Nachfrage.
Auch die Bewertung dämpft Blasenängste. Die Aktie kostet nach Bloomberg-Daten das 17-Fache der erwarteten Gewinne der kommenden zwölf Monate. DBS-Chefanlagestratege Hou Wey Fook sieht deshalb keine Blase und hält die KI-Rallye für fundamental gedeckt. Er rät dennoch zu einer ausgewogenen Strategie, um Risiken abzufedern.
Nvidias Rolle im KI-Ökosystem zeigt sich zudem an einem Nebenschauplatz. Der Konkurrent Cerebras verlor in der vergangenen Woche zeitweise rund 20 Prozent, nachdem bekannt wurde, dass OpenAIs „Ultrafast“-Modus für GPT-6.1 Sol auf Nvidia-GPUs läuft. Sam Altman nannte Cerebras anschließend einen engen Partner. Barclays verweist darauf, dass Cerebras zwar bevorzugter Anbieter bleibe, aber durch begrenzte Lieferkapazität gebremst werde.
Außerdem steht Nvidia auf der Liste tokenisierter US-Aktien, die das Joint Venture OKXICE rund um die Uhr handeln will. Einen Starttermin gibt es nicht.
Die nächste Orientierung liefern die Optionen mit Verfall am 30. Oktober. Bis dahin muss die Aktie nach Marktpreisen gut 5 Prozent zulegen, um die 6-Billionen-Marke zu erreichen.
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