Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk stellt die Weichen für die kommenden Jahre. Am Montag präsentierte Konzernchef Mike Doustdar auf dem Kapitalmarkttag eine langfristige Wachstumsstrategie. Das Unternehmen plant, bis zum Jahr 2030 mindestens fünf neue Medikamente mit Multi-Blockbuster-Potenzial auf den Markt zu bringen. Im heutigen Handel verliert die Aktie 1,2 Prozent auf 34,06 Euro.
Mit dieser Offensive reagiert der Konzern auf den verschärften Wettbewerb im Markt für Diabetes- und Adipositastherapien. Neben der Ausweitung des bestehenden Sortiments zielt Novo Nordisk darauf ab, weltweit mehr als 60 Millionen Patienten zu versorgen. Um insbesondere die Nachfrage nach oralen Therapien im Bereich der Fettleibigkeit zu bedienen, soll die eigene Produktionskapazität bis zum Ende des Jahrzehnts verzehnfacht werden.
Langfristig will das Unternehmen die Erlösbasis deutlich verbreitern. Nach Unternehmensangaben sollen die Erlöse aus der Produktpipeline bis zum Jahr 2035 die Marke von 150 Milliarden DKK übertreffen. Vor dem Ende des laufenden Jahres beabsichtigt Novo Nordisk zudem, mindestens fünf orale Wirkstoffkandidaten in die klinische Prüfung zu bringen.
Neue Hoffnungsträger in der klinischen Erprobung
Einen zentralen Pfeiler der Planungen bildet das Kombinationspräparat CagriSema, dessen Markteinführung für Anfang 2027 vorgesehen ist. In der Phase-3-Studie REIMAGINE 5 verzeichnete das Medikament bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes nach 60 Wochen eine Gewichtsreduktion von 12,4 Prozent. Die Vergleichsgruppe mit Tirzepatid erreichte eine Verringerung von 9,1 Prozent.
Nach der Einführung der Wirkstoffkombination plant das Unternehmen für 2028 eine hochdosierte Variante sowie Cagrilintid als Einzelpräparat, gefolgt vom Wirkstoff Zenagamtide.
Ergänzend zum Kerngeschäft erweitert der Konzern auch andere Indikationen: Für das Hämophilie-A-Präparat FREHEMGO sprach der Ausschuss für Humanarzneimittel der europäischen Zulassungsbehörde Mitte September eine Empfehlung aus. Der Markteintritt in den ersten europäischen Ländern ist für das vierte Quartal vorgesehen.
Markteinschätzungen und Kapitalmaßnahmen
An den Finanzmärkten stoßen die ehrgeizigen Pläne auf ein geteiltes Echo. Die Analysten von Jefferies bestätigten am Montag ihre Einstufung der Aktie mit „Hold“. Gleichzeitig senkte das Institut sein Kursziel von 285 auf 275 DKK, was die anhaltende Vorsicht mit Blick auf die kurzfristige Dynamik unterstreicht.
Parallel zu den Investitionen in neue Produkte stärkt das Management die Aktionärsbasis aus eigener Kraft. Im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms erwarb Novo Nordisk bis zum 18. September B-Aktien für ein Transaktionsvolumen von gut 9,6 Milliarden DKK. Das Unternehmen hält damit eigene Anteile im Umfang von 1,1 Prozent des gesamten Grundkapitals.
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