Nordex wird globaler. Der Windturbinenbauer hat im dritten Quartal fast 30 Prozent mehr Aufträge verbucht als ein Jahr zuvor, getragen von der Türkei, Deutschland und den USA.
Türkei vorn, USA im Aufwind
Im Projektgeschäft ohne Service gingen 2.810 Megawatt an Bestellungen ein, nach 2.170 Megawatt im Vorjahresquartal. Das entspricht einem Plus von 29,5 Prozent. Kunden orderten insgesamt 427 Anlagen für Projekte in zehn Ländern.
Die Türkei war mit mehr als 900 Megawatt der größte Einzelmarkt. In den USA verbuchte Nordex seit Jahresbeginn bereits über 1,3 Gigawatt. Konzernchef José Luis Blanco spricht von einem zunehmend diversifizierten Auftragseingang und erwartet, dass der internationale Anteil weiter wächst, sobald die Pipeline in den kommenden Quartalen in Aufträge umgesetzt wird. Europa und Deutschland bleiben nach seinen Worten stark.
Über die ersten neun Monate summieren sich die Bestellungen auf 7.733 Megawatt, 16,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Preis leicht unter Vorjahr
Ein Wermutstropfen: Der durchschnittliche Verkaufspreis je Megawatt sank im dritten Quartal auf 0,90 Millionen Euro, nach 0,93 Millionen Euro im Vorjahr. Nordex führt das primär auf Projektumfang und regionale Mix-Effekte zurück. Das Preisumfeld sei weiterhin stabil.
Über die neun Monate liegt der Preis mit 0,93 Millionen Euro knapp über dem Vorjahreswert von 0,92 Millionen Euro. Der Rückgang im Quartal fällt also gering aus. Ob der Mix mit wachsendem US- und Türkei-Anteil die Preise dauerhaft drückt, lässt sich aus den Zahlen nicht ablesen.
Reaktion am Markt
Die Aktie zeigte sich im vorbörslichen Handel über Tradegate leicht fester, rund 0,3 Prozent im Plus bei 35,68 Euro. Von einer Kursreaktion in größerem Stil kann bisher keine Rede sein. Der Markt dürfte die Zahlen als Bestätigung des Trends werten, nicht als Überraschung.
Die vollständigen Quartalszahlen folgen am 5. November. Dann zeigt sich, wie sich der Auftragsboom in Umsatz und Marge niederschlägt.
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