Der chinesische Elektroautobauer Nio verzeichnete zum Ende des dritten Quartals ein weiteres Absatzplus, sieht sich jedoch mit einer deutlichen Spreizung innerhalb des Markenportfolios konfrontiert. Während die Kernmarke im September kräftig zulegte, verbuchte die jüngere Marke Onvo spürbare Einbußen.
Kernmarke fängt Rückgang bei Onvo auf
Am Donnerstag meldete Nio für den Monat September insgesamt 37.408 ausgelieferte Fahrzeuge. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahresmonat einem Zuwachs von 7,7 Prozent. Hinter diesem Gesamtwert verbirgt sich eine uneinheitliche Entwicklung der einzelnen Sparten. Die Auslieferungen der Stammmarke Nio stiegen im September im Jahresvergleich um 55,3 Prozent. Demgegenüber gingen die Auslieferungen der Marke Onvo um 42,5 Prozent zurück.
Auf Quartalssicht fällt das Bild stabiler aus. Im gesamten dritten Quartal 2026 brachte der Konzern 109.178 Einheiten auf die Straße, was einer Steigerung von 25,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Über die ersten drei Quartale des Jahres summierten sich die Auslieferungen auf 300.301 Fahrzeuge. Gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres bedeutet dies einen Zuwachs von 49,2 Prozent.
Infrastruktur-Allianz soll Effizienz heben
Neben den Absatzzahlen treibt der Konzern den Ausbau seines Energie- und Ladenetzes voran. Im Rahmen der bereits bekannt gegebenen Kooperation mit der Zhejiang Geely Holding Group beteiligen sich beide Unternehmen wechselseitig an Tochtergesellschaften im Lade- und Batteriewechselbereich. Geely bringt seine Tochtergesellschaft Yiyi Power ein und zahlt 640 Millionen RMB in bar, um einen Anteil von 30 Prozent an NIO Power zu übernehmen.
Laut Reuters wird NIO Power durch die Transaktion nach Vollzug mit rund 16 Milliarden RMB bewertet. Nio China behält mit 63,6 Prozent die Mehrheitskontrolle und erwirbt im Gegenzug eine Beteiligung von 10 Prozent an der Geely-Tochter Haohan Energy.
Nio-Chef William Li erklärte Medienberichten zufolge, die Zusammenarbeit könne Doppelinvestitionen reduzieren, die Effizienz bei Innovationen steigern und stehe grundsätzlich auch weiteren Marktteilnehmern offen. Die Umsetzung der Vereinbarungen steht unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Marktumfeld bleibt anspruchsvoll
Trotz des operativen Volumenwachstums zeigt sich der Markt weiterhin abwartend gegenüber dem Titel. Am Freitag ging die Nio-Aktie mit einem Schlusskurs von 3,00 Euro aus dem Handel. Auf Jahressicht beläuft sich das Minus seit Jahresanfang auf 37 Prozent. Damit notiert der Wert mit einem Abstand von nur 1,4 Prozent knapp über seinem 52-Wochen-Tief.
Ob die Verbundeffekte im Ladenetzwerk und die anziehenden Zahlen der Kernmarke ausreichen, um die Schwäche bei Onvo dauerhaft auszugleichen, wird die Entwicklung im Schlussquartal zeigen.
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