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Symbolbild, KI-generiert

National Grid Aktie: Aufträge für fünf Londoner Rechenzentren

Neue Aufträge und Flexibilitätsbeschaffung stärken National Grids Infrastrukturpläne, während höhere Anleiherenditen Versorgeraktien belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Bernstein bestätigt Kaufempfehlung und Kursziel
  • Bauaufträge für Londoner Netzausbau vergeben
  • Flexibilitätsbeschaffung über mehr als 800 Zonen
  • Eastern Green Link 2 für 2029 geplant

Steigende Anleiherenditen belasten derzeit Versorgeraktien, doch der britische Netzbetreiber National Grid treibt seine Infrastrukturprojekte weiter voran. Im Börsenhandel notiert das Papier bei 13,22 Euro, was am heutigen Montag einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent entspricht.

Zinsanstieg und positive Analystenstimmen

Am Mittwoch gerieten Versorgerwerte Medienberichten zufolge spürbar unter Verkaufsdruck. Auslöser war ein deutlicher Zinsanstieg bei Staatsanleihen. Höhere Renditen verteuern für kapitalintensive Versorgungsunternehmen tendenziell die Finanzierung und dämpfen so die Marktstimmung im gesamten Sektor.

Analystenseitig erhält der Titel dennoch Zuspruch. Das Analysehaus Bernstein bestätigte am Freitag seine Kaufempfehlung für National Grid mit einem Kursziel von 1.310 GBX. Zuvor hatte am 11. September bereits AlphaValue/Baader Europe die Aktie auf „Buy“ heraufgestuft, das Kursziel dabei jedoch leicht reduziert.

Aufträge für Rechenzentren und Flexibilitätsbeschaffung

Im operativen Geschäft fokussiert sich der Konzern auf den Anschluss neuer Großverbraucher. Medienberichten zufolge vergab National Grid wesentliche Bauaufträge für das Vorhaben „North West London Upgrade“ an Laing O’Rourke sowie an ein Gemeinschaftsunternehmen von Hochtief und Murphy. Die Netzerweiterung soll die Anbindung von fünf Rechenzentren mit einer Gesamtnachfrage von einem Gigawatt ermöglichen.

Parallel dazu treibt das Unternehmen die Steuerung lokaler Netzkapazitäten voran. Die Konzerntochter National Grid DSO kündigte am 18. September eine Beschaffungsrunde für Flexibilitätsdienstleistungen an, die sich über mehr als 800 Zonen erstreckt. Das gemeldete Anforderungsvolumen liegt bei über 2,8 Terawattstunden, was einem Marktpotenzial von bis zu 4,6 Millionen Pfund entspricht.

Dezentrale Netze und strategische Großprojekte

Im Rahmen dieser Beschaffungsrunde setzt der Netzbetreiber erstmals ein lokales Spannungsmanagement ein. Zugleich handelt es sich um die bisher größte Beschaffung von Hochspannungsflexibilität des Unternehmens, verteilt auf 99 Zonen.

Ebenfalls am 18. September teilte National Grid Electricity Distribution mit, dass eine Arbeitsgruppe unter Leitung von DSO-Geschäftsführerin Cathy McClay Richtlinien für den dezentralen Systemausgleich erarbeiten wird.

Langfristige Bedeutung besitzt zudem das Gemeinschaftsprojekt Eastern Green Link 2 mit SSEN Transmission. Die rund 4,3 Milliarden Pfund teure Verbindung soll über eine Trassenlänge von 505 Kilometern zwei Gigawatt Übertragungskapazität zwischen Schottland und England bereitstellen.

Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2029 vorgesehen. Trotz der langfristigen Netzinvestitionen spiegelt der Kurs die Zurückhaltung der Anleger im aktuellen Zinsumfeld wider: Die Notierung liegt derzeit 18 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.

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