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Symbolbild, KI-generiert

NASDAQ 100: KI-Investitionen verschärfen Zinsdilemma

Sinkende Baubeginne treffen auf höhere Verbraucherpreise, während KI-Investitionen und Gewinnerwartungen die Zinsdebatte prägen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Baubeginne im September um 5,2 Prozent gesunken
  • Verbraucherpreise stiegen im September um 0,6 Prozent
  • KI-Investitionen tragen laut Hammack zum Preisdruck bei
  • Nasdaq-100-Gewinnwachstum von nahezu 41 Prozent erwartet

Schwächere US-Wohnungsbaudaten verschärfen für den Nasdaq 100 den Konflikt zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstum. Gestern meldete das US Census Bureau einen Rückgang der Baubeginne im September um 5,2%. Gleichzeitig hält der Preisauftrieb die Sorge vor einer restriktiveren Geldpolitik wach. Für den Index bedeutet das: Eine schwächere Konjunktur allein liefert noch kein überzeugendes Entlastungssignal.

Wohnungsbau zeigt Belastung durch Finanzierungskosten

Die Baubeginne sanken auf eine saisonbereinigte Jahresrate von 1.221.000. Auch die Baugenehmigungen gingen zurück. Damit signalisiert der Wohnungsmarkt Belastungen durch erhöhte Finanzierungskosten, die auf Wachstumserwartungen und Risikobereitschaft ausstrahlen können.

Für den Nasdaq 100 ist diese Entwicklung vor allem im Zusammenspiel mit der Inflation relevant. Eine Abkühlung außerhalb des Technologiesektors könnte die wirtschaftlichen Aussichten belasten, ohne den geldpolitischen Spielraum unmittelbar zu vergrößern. Die Hoffnung auf Entlastung durch niedrigere Zinsen trifft damit auf weiterhin deutlichen Preisdruck.

Die am 14. Oktober veröffentlichten Verbraucherpreisdaten verdeutlichten dieses Problem. Im September stiegen die Preise gegenüber dem Vormonat um 0,6%. Die Jahresrate erhöhte sich auf 3,7%, nach 3,4% im August.

Ein schwächerer Wohnungsmarkt und höhere Inflation weisen somit nicht in dieselbe geldpolitische Richtung. Genau diese Spannung erschwert die Einordnung für zinssensible Wachstumswerte.

KI-Investitionen schaffen ein geldpolitisches Dilemma

Zusätzliche Brisanz erhält die Lage durch den Boom der künstlichen Intelligenz. Reuters berichtete am Montag über Aussagen von Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland. Demnach tragen KI-Investitionen zum Inflationsdruck bei. Höhere Zinsen könnten zugleich die wirtschaftliche Aktivität außerhalb dieses Booms abkühlen.

Damit hat die KI-Debatte für den Nasdaq 100 zwei Seiten. Die Investitionen stehen für Wachstumshoffnungen bei den entsprechenden Unternehmen. Zugleich können sie den Preisdruck verstärken und damit eine Geldpolitik begünstigen, die andere Wirtschaftsbereiche belastet.

Diese Unsicherheit spiegelte sich gestern im Handel wider. Reuters zufolge belasteten erneut schwächere KI-Aktien und zunächst höhere Ölpreise die US-Indizes. Sinkende Ölpreise und starke Unternehmensergebnisse andernorts unterstützten später die Erholung. Die Schwäche großer Technologiewerte begrenzte jedoch den breiteren Aufschwung.

Hohe Gewinnerwartungen erhöhen den Bewährungsdruck

Neben der Zinsfrage bleibt entscheidend, ob die Unternehmen die hohen Erwartungen erfüllen. Nasdaq Global Indexes bezifferte am Freitag das erwartete Wachstum des Gewinns je Aktie im Nasdaq 100 auf nahezu 41% gegenüber dem Vorjahr.

Das ist eine Erwartung, kein bereits gemeldetes Ergebnis. Entsprechend wichtig bleibt die Frage, ob hohe KI-Ausgaben auch nachvollziehbare Erträge hervorbringen. Gute Geschäftszahlen können die Wachstumshoffnungen stützen; den Konflikt zwischen Inflation und schwächerer Konjunktur lösen sie nicht.

Der nächste geldpolitische Termin ist die Sitzung der Federal Reserve am 27.–28. Oktober. Für den Nasdaq 100 stehen damit zwei Prüfsteine nebeneinander: belastbare Unternehmensgewinne und eine Zinsentscheidung unter anhaltendem Inflationsdruck.

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