Bei Moderna richtet sich die Aufmerksamkeit auf klinische Meilensteine in der Onkologie. Gemeinsam mit dem Partner Merck plant das Unternehmen die Vorstellung detaillierter Ergebnisse aus der Phase-3-Studie INTerpath-001 zur Behandlung des Melanoms. Die Präsentation ist für den 24. Oktober auf dem Fachkongress ESMO angekündigt. Für Anleger steht dabei im Fokus, wie tragfähig die Krebstherapien als künftige Säule des Geschäftsmodells sind.
An den Börsen zeigt sich die Aktie nach den jüngsten Gewinnen heute verhaltener. Der Kurs gibt um 0,6 Prozent auf 174,22 Euro nach. Zuletzt stützte vor allem der anstehende Indexwechsel das Handelsgeschehen: Die Aufnahme in den Nasdaq-100 wurde vor gut einer Woche bekannt, seither legte die Notierung um 3,3 Prozent zu. Die Umstellung, durch die Moderna den Medienkonzern Warner Bros. Discovery im Index ersetzt, greift vor Handelsbeginn am morgigen Freitag.
Neuer COO und juristische Hürden
Auf operativer Ebene gab es zum Wochenauftakt personelle Veränderungen. Juan Andres übernahm mit Wirkung zum 5. Oktober die neu geschaffene Position des Chief Operating Officer. Eine Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC wies am Montag für ihn ein direktes wirtschaftliches Eigentum an 125.000 Stammaktien aus.
Hierbei handelt es sich um eine formelle Erstmeldung der Beteiligung, nicht um einen Zukauf über den Markt. Der bisherige Chief Technical Operations and Quality Officer Jerh Collins verabschiedet sich zeitgleich in den Ruhestand.
Abseits des operativen Geschäfts belasten juristische Auseinandersetzungen das Umfeld. Laut Reuters wies ein Bundesrichter in Delaware am 1. Oktober den Einwand von Moderna ab, eine Lizenz der US-Regierung schütze den Konzern vor Patentklagen der Northwestern University. Über die Frage, ob tatsächlich ein Patent verletzt wurde, ist damit allerdings noch nicht entschieden.
Zurückhaltende Analystenstimme und Grundlagenforschung
Angesichts der vorangegangenen Kursanstiege mahnen Marktbeobachter zur Vorsicht. Die Citigroup stufte den Titel am 30. September von Neutral auf Sell herab, hob ihr Kursziel jedoch von US$60 auf US$80 an.
Unabhängig vom laufenden Tagesgeschäft liefert die akademische mRNA-Forschung neue Impulse. Wissenschaftler des MIT stellten am 28. September einen Ansatz mit künstlicher Intelligenz vor, der künftig eine Lagerung experimenteller mRNA-Vakzine bei Raumtemperatur ermöglichen könnte, auch bei Nanopartikeln ähnlich jenen von Moderna. Hierbei handelt es sich um ein universitäres Forschungsergebnis und keine Produktankündigung des Unternehmens.
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