Modernas Rückkehr in den Nasdaq-100 am 9. Oktober könnte zusätzliche Nachfrage durch Indexfonds auslösen. Für die Bewertung bleibt jedoch entscheidend, wie viel vom erwarteten Erfolg des Krebsimpfstoffs bereits eingepreist ist. Bank of America sieht hier wenig Spielraum: Das Analysehaus erhöhte gestern sein Kursziel, hält aber an seiner neutralen Empfehlung fest.
Indexaufnahme als zusätzlicher Nachfragefaktor
Moderna ersetzte im Nasdaq-100 Warner Bros. Discovery. Medienberichten zufolge könnte die Aufnahme Käufe passiver Fonds nach sich ziehen und die Aufmerksamkeit für die Aktie erhöhen. Damit steht neben den klinischen Aussichten ein weiterer möglicher Nachfragefaktor im Raum.
Für Anleger sind diese beiden Treiber voneinander zu trennen. Mögliche indexbedingte Käufe liefern keine zusätzliche Aussage über den medizinischen Nutzen der gemeinsam mit Merck entwickelten Therapie. Umgekehrt hängt die erwartete Nachfrage durch Indexfonds nicht davon ab, ob einzelne Studienergebnisse die hohen Erwartungen übertreffen.
Die Aufnahme ergänzt damit die Investmentgeschichte, ersetzt aber nicht deren klinische Grundlage. Gerade diese Unterscheidung ist für die Einordnung der Analystenurteile wichtig.
Höheres Kursziel ohne Kaufempfehlung
Bank of America hob das Kursziel gestern von 200 auf 220 US-Dollar an und bestätigte die Einstufung „Neutral“. Laut Reuters geht das Haus davon aus, dass die erwarteten positiven Studiendaten bereits im Aktienkurs berücksichtigt sind.
Das höhere Ziel ist somit kein uneingeschränktes Vertrauensvotum für weiteres Kurspotenzial. Die Analysten richten ihren Blick besonders auf das Ausmaß des Nutzens und dessen Konsistenz über die verschiedenen Krankheitsstadien hinweg. Ein positives Gesamtergebnis allein beantwortet diese Bewertungsfragen noch nicht.
Eine andere Perspektive liefert Jefferies mit einer Umsatzprognose: Das Haus erwartet für die Therapie allein beim Melanom einen Spitzenumsatz von mehr als 3 Milliarden US-Dollar. Dabei handelt es sich um eine Schätzung, nicht um bereits erzielte Erlöse.
Klinische Details müssen Erwartungen tragen
Die vollständigen Ergebnisse der Studie INTerpath-001 sollen am 24. Oktober beim ESMO-Kongress vorgestellt werden. Untersucht wird Intismeran autogene zusammen mit Mercks Keytruda im Vergleich zu Keytruda allein bei operativ entferntem Hochrisiko-Melanom.
Die Studie umfasst 1.137 Patienten in den Stadien IIB bis IV. Moderna und Merck hatten am 19. August positive Ergebnisse bekannt gegeben. Die detaillierte Präsentation steht noch aus.
Für die Aktie treffen damit mögliche technische Nachfrage und anspruchsvolle fundamentale Erwartungen aufeinander. Die Indexaufnahme kann das Anlegerinteresse unterstützen. Ob die Bewertung darüber hinaus trägt, hängt nach Einschätzung von Bank of America vor allem davon ab, wie überzeugend und einheitlich die klinischen Vorteile ausfallen.
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