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Micron Technology Aktie: Netlist reicht HBM-Klage bei ITC ein

Netlist wirft Micron und weiteren Techkonzernen Patentverletzungen bei KI-Speichern vor; die USITC hat über die Beschwerde noch nicht entschieden.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Netlist erhebt Vorwürfe zu HBM-Patenten
  • NVIDIA, Broadcom und Google ebenfalls betroffen
  • USITC-Entscheidung zur Beschwerde steht noch aus
  • Micron meldet 37,70 Milliarden Dollar Nettogewinn

Der Halbleiterhersteller Micron Technology sieht sich mit einer neuen Beschwerde vor der US-Handelskommission ITC konfrontiert. Das US-Unternehmen Netlist hat am 29. September eine Eingabe wegen angeblicher Verletzung von Patenten für High-Bandwidth-Memory (HBM) eingereicht.

Die Klage betrifft den Einsatz dieser hochmodernen Speichertechnologien in Systemen für künstliche Intelligenz und richtet sich neben Micron und Micron Semiconductor Products auch gegen weitere Schwergewichte der Halbleiter- und Techbranche wie NVIDIA, Broadcom und Google.

Am Aktienmarkt zeigt sich die Micron-Aktie zu Beginn der neuen Handelswoche unaufgeregt. Das Papier notiert im europäischen Handel bei 955,20 Euro, was einer Tagesveränderung von 0,08 Prozent entspricht. Nach einer starken Rally liegt der Titel damit rund 13 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 1.103,80 Euro.

Zusätzlicher juristischer Druck auf die HBM-Sparte

Für Micron kommt die neue Beschwerde zu einem sensiblen Zeitpunkt im Ausbau der Kapazitäten für KI-Speicher. Es handelt sich um ein separates Verfahren neben einer bereits am 23. September von der USITC förmlich eingeleiteten Untersuchung nach Section 337. Jene frühere Untersuchung basiert ebenfalls auf Vorwürfen von Netlist und befasst sich mit angeblichen Patentrechtsverletzungen bei klassischen DRAM-Bausteinen, wobei neben Micron unter anderem HPE, Lenovo und Super Micro Computer involviert sind.

Die USITC hatte bei der Einleitung des DRAM-Verfahrens ausdrücklich klargestellt, dass damit noch keine Entscheidung in der Sache selbst verbunden ist. Auch in der jüngsten Beschwerde zu HBM liegen die Vorwürfe allein bei Netlist, während eine offizielle Feststellung der Behörde über eine Verfahrenseröffnung oder materielle Ansprüche noch aussteht.

Dennoch rückt die juristische Initiative einen strategischen Wachstumsbereich ins Blickfeld: Speicher für KI-Beschleuniger gehören derzeit zu den margenstärksten Produktlinien der Branche.

Kapazitätsengpässe und Investitionen im Fokus

Parallel zu den rechtlichen Auseinandersetzungen treibt der Speicherkonzern seine physische Expansion voran. Medienberichten zufolge beschleunigt Micron Memory Taiwan den Ausbau über vier zentrale Standorte hinweg. Die getätigten Investitionen in Taiwan beliefen sich per Juni auf NT$1,6 Billionen (umgerechnet US$50,2 Milliarden). Zugleich warnte Micron vor Engpässen im Angebot, die sich in den Jahren 2027 und 2028 weiter verschärfen dürften.

Finanzielle Spielräume sind vorhanden: Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 wies das Unternehmen bei Einnahmen von $54,23 Milliarden einen Nettogewinn nach GAAP von $37,70 Milliarden aus.

Zudem beschloss das Führungsgremium eine Quartalsdividende von $0,15 je Aktie, die am 29. Oktober an die zum 14. Oktober eingetragenen Aktionäre ausgeschüttet wird. Vor diesem fundamentalen Hintergrund bleibt für Anleger nun vor allem entscheidend, wie die USITC über die Annahme der neuen HBM-Beschwerde befindet.

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