Die britische Investmentbank Barclays hat ihre skeptische Haltung gegenüber Medtronic aufgegeben. Am heutigen Donnerstag stufte das Analysehaus die Aktie des Medizintechnikkonzerns von „Sell“ auf „Hold“ hoch. An den Märkten reagierte das Papier verhalten: Im europäischen Handel gibt der Kurs um 0,7 Prozent auf 76,02 Euro nach.
Quartalszahlen übertreffen Markterwartungen
Hintergrund der Neubewertung durch Barclays ist eine verbesserte operative Entwicklung des Unternehmens. Im abgeschlossenen Quartal bis zum 1. September 2026 verzeichnete der Konzern einen Umsatz von 9,76 Milliarden US-Dollar. Dies entsprach einem Zuwachs von 13,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und übertraf die Konsensschätzung von 9,55 Milliarden US-Dollar.
Auch auf der Ertragsseite schnitt das Unternehmen besser ab als prognostiziert. Medtronic wies für das Quartal einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,45 US-Dollar aus, während der Markt lediglich mit 1,39 US-Dollar gerechnet hatte.
Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 stellt das Management einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,32 und 1,34 US-Dollar in Aussicht. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 liegt die Zielspanne unverändert bei 5,94 bis 6,00 US-Dollar.
Analystenkonsens sieht deutliches Aufwärtspotenzial
Mit dem Schritt von Barclays verliert das Lager der Skeptiker an Gewicht. Im breiteren Analystenkonsens überwiegt ohnehin eine zuversichtlichere Haltung: Der Markt führt derzeit 18 Kaufempfehlungen und zehn Haltepositionen für den Titel. Das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 102,92 US-Dollar, womit die Experten weiteres Erholungspotenzial für die Aktie sehen. Die Marktkapitalisierung des Konzerns beläuft sich umgerechnet auf 99,52 Milliarden Euro.
Portfoliostrukturierung durch MiniMed-Transaktion
Flankiert wird die operative Entwicklung von portfoliobereinigenden Maßnahmen. Medtronic treibt die Abspaltung der Sparte MiniMed Group voran und legte das endgültige Umtauschverhältnis fest: Für jede angediente Medtronic-Stammaktie erhalten teilnehmende Aktionäre 4,5939 MiniMed-Aktien.
Medtronic bietet im Rahmen der Transaktion bis zu 225,36 Millionen MiniMed-Aktien an und beabsichtigt bei einer Überzeichnung, auch die verbleibenden 27,45 Millionen Anteile einzutauschen.
Auf Basis dieses Schlüssels könnten zunächst rund 49,06 Millionen Medtronic-Papiere eingezogen werden, bei vollständigem Tausch etwa 55,03 Millionen Stück. Das Umtauschangebot und sämtliche Rücktrittsrechte enden am 9. Oktober 2026 um Mitternacht New Yorker Zeit. Durch den Schritt trennt sich Medtronic von Randbereichen und konzentriert sich künftig stärker auf die verbleibenden Kernsegmente der Medizintechnik.
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