Der niederländische Finanzkonzern NN Group hat sein Engagement beim österreichischen Faserhersteller Lenzing deutlich zurückgefahren. Wie aus einer am heutigen Dienstag veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung hervorgeht, sank der Stimmrechtsanteil der Gruppe von zuvor 6,27 Prozent auf nunmehr 2,54 Prozent. Die entsprechende Meldeschwelle wurde bereits am 2. Oktober berührt.
Die NN Group hält demnach noch 981.965 indirekte Stimmrechte an dem oberösterreichischen Unternehmen, bezogen auf eine Gesamtzahl von 38.618.180 Stimmrechten. Finanzinstrumente oder sonstige Rechte wurden am Stichtag nicht ausgewiesen.
Innerhalb der Beteiligungsstruktur entfallen 2,31 Prozent auf die Nationale-Nederlanden Levensverzekering Maatschappij, während die Nationale-Nederlanden Schadeverzekering Maatschappij 0,20 Prozent und die NN Re (Netherlands) 0,03 Prozent auf sich vereinen.
Umbau der Eigentümerstruktur im laufenden Konzernumbau
Der Rückzug des Großinvestors fällt in eine Phase tiefgreifender bilanzieller und operativer Weichenstellungen. Das Unternehmen führt eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten durch, die einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro einbringen soll.
Ziel der Maßnahme ist es, die Eigenkapitalbasis zu festigen und das Strategieprogramm unter dem Titel „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ zu finanzieren. Geplant ist dabei die Ausgabe von 34.756.362 neuen Papieren zu einem Ausgabepreis von 8,65 Euro je Aktie.
Rückendeckung erhält dieser Schritt durch die Kernaktionäre. Das Syndikat aus der B&C-Gruppe und Suzano, das indirekt 52,25 Prozent des Grundkapitals vertritt, hat sich zum Bezug von 18.159.291 neuen Anteilen verpflichtet. Nach Abschluss des Angebots soll B&C indirekt rund 39,64 Prozent halten, während auf Suzano ein Anteil von rund 12,60 Prozent entfällt.
Zudem sagte die Oberbank, die eine Beteiligung von 3,87 Prozent hält, die Zeichnung von 1.344.168 Aktien zu. Die Bezugsfrist läuft noch bis zum 20. Oktober 2026, während die Lieferung und der Handel der neuen Papiere voraussichtlich ab dem 23. Oktober 2026 vorgesehen sind.
Restrukturierung und mittelfristige Zielmarken
Parallel zur Refinanzierung treibt das Management die Restrukturierung des operativen Geschäfts voran. Gegenüber dem Jahr 2025 strebt das Unternehmen Einsparungen in Höhe von 120 Millionen Euro an.
Im Zuge dieses Kurses soll die Produktion am Standort Heiligenkreuz Ende des ersten Quartals 2027 beendet werden, während das Werk im britischen Grimsby Ende 2027 folgen soll. Für die Aktivitäten im indonesischen Purwakarta läuft zudem ein Verkaufsprozess.
Mittelfristig peilt Lenzing eine Steigerung des EBITDA um 150 Millionen Euro sowie eine EBITDA-Marge in einer Bandbreite von 20 bis 25 Prozent an. Zugleich soll der Netto-Verschuldungsgrad wieder auf einen Wert von unter 2,5x EBITDA sinken. An der Börse bleibt die Stimmung vor diesem Hintergrund verhalten: Im heutigen Handel gibt die Lenzing-Aktie um -1,5 Prozent auf 13,58 Euro nach.
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