Die Kapitalerhöhung ist durch, und sie lief rund. Die Lenzing-Aktionäre übten ihre Bezugsrechte nahezu vollständig aus. Der Faserhersteller fließt damit frisches Eigenkapital in dreistelliger Millionenhöhe zu.
Annahmequote von 99 Prozent
Insgesamt gibt Lenzing 34.756.362 neue Aktien zu je 8,65 Euro aus. Der Brutto-Emissionserlös beträgt rund 301,2 Millionen Euro. Im Bezugsangebot wurden 34.411.626 Aktien bezogen, das entspricht einer Annahmequote von 99 Prozent.
Den Löwenanteil übernahm das Syndikat aus B&C Gruppe und Suzano. Es zeichnete gut 18 Millionen Neue Aktien, etwa 52 Prozent des Angebots. Die Oberbank bezog weitere rund 1,3 Millionen Stück. Die wenigen nicht bezogenen Aktien verkauften die Konsortialbanken im Markt.
Wofür das Geld gedacht ist
Lenzing will die Mittel in die Strategie „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ lenken und die Kapitalstruktur stärken. Das Konzept sieht vor, das Vliesstoffgeschäft deutlich auszubauen. Das Textilgeschäft soll sich auf differenzierte Premiumsegmente und strategische Kundenpartnerschaften konzentrieren. Das profitable Zellstoff- und Bioraffineriegeschäft soll weiter wachsen.
Mittelfristig peilt das Unternehmen ein um 150 Millionen Euro höheres EBITDA an. Die EBITDA-Marge soll zwischen 20 und 25 Prozent liegen. Der Netto-Verschuldungsgrad soll unter das 2,5-Fache des EBITDA sinken.
Finanzvorstand Mathias Breuer verweist darauf, dass die Kapitalerhöhung gemeinsam mit weiteren Finanzierungsmaßnahmen eine Basis schaffe. Damit lasse sich der Verschuldungsgrad senken und anstehende Fälligkeiten bedienen. CEO Georg Kasperkovitz wertet das Ergebnis als Vertrauensbeweis in die Transformation. Dass die Ankeraktionäre mitzogen, dürfte diese Lesart stützen.
Handelsstart der neuen Aktien
Die Abwicklung samt Lieferung der Neuen Aktien soll voraussichtlich am 23. Oktober 2026 erfolgen. Dann sollen auch alle neuen Papiere im Prime Market der Wiener Börse unter der bestehenden Kennung gehandelt werden. Voraussetzung ist die Eintragung der Durchführung im Firmenbuch.
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