Am Freitag gerieten die Papiere von Lennar unter Verkaufsdruck und verzeichneten einen Kursverlust von 3,0 Prozent auf 70,90 Euro. Medienberichten zufolge beschleunigte ein Bericht von Hunterbrook Media die Abgaben. Im Mittelpunkt stehen Vorwürfe über umfangreiche Häuserverkäufe an die ausgegliederte Gesellschaft Millrose Properties.
Umstrittene Transaktionen zum Quartalsende
Hunterbrook Media bezifferte das Volumen der Transaktionen auf geschätzte 200 Millionen $. Die Zukäufe erstreckten sich über 15 Bundesstaaten und umfassten mehr als 700 Häuser, die innerhalb von rund einem Monat erworben worden sein sollen.
Besonders im Fokus steht der Zeitpunkt der Verkäufe. Allein in der letzten Woche des Geschäftsquartals von Lennar wurden dem Bericht zufolge mindestens 356 Einheiten übernommen. Diese Transaktionen könnten dem Baukonzern dabei geholfen haben, seine offizielle Auslieferungsprognose einzuhalten. Lennar hatte das untere Ende der eigenen Zielspanne um 340 Häuser übertroffen.
Hunterbrook legte zeitgleich offen, Leerverkaufspositionen sowohl in Lennar als auch in Millrose zu halten. Die Veröffentlichungen sorgten am Markt umgehend für Unruhe über die tatsächliche Nachfrageentwicklung und die Praxis der Ausgliederung.
Gegenwind durch Zinsen und Analysten
Bereits am Vortag der Veröffentlichung hatte Gegenwind von Analystenseite die Notierung belastet. Am Donnerstag nahm Morgan Stanley die Einstufung für Lennar mit einem Untergewichten-Votum und einem Kursziel von 65 $ auf.
Zusätzlich setzt das gesamtwirtschaftliche Umfeld die US-Wohnungsbaubranche spürbar unter Druck. Die Hypothekenzinsen in den USA stiegen auf 7,28 Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit fast drei Jahren. In der Woche bis zum 25. September gaben die Anträge auf Baufinanzierungen um 6 Prozent nach.
Die hohen Finanzierungskosten drohen das Kaufinteresse weiter abzukühlen und bremsen die Aktivität im Wohnungssektor spürbar aus.
Ausschüttung bestätigt und Großinvestor engagiert
Ungeachtet der operativen Hürden hält das Unternehmen an seinen Kapitalrückflüssen fest. Lennar beschloss eine Quartalsdividende von 0,50 $ je Aktie für die Klassen A und B. Die Auszahlung soll am 22. Oktober an jene Anteilseigner erfolgen, die zum Stichtag am 7. Oktober im Aktienregister eingetragen sind.
Seit Jahresbeginn summiert sich das Kursminus bei den Anteilsscheinen auf 20 Prozent. Dennoch gibt es auch Signale von Großinvestoren: Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC weisen Aktienkäufe durch Berkshire Hathaway aus.
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