Gartner sagt der Quantenbranche eine Bereinigung voraus, die Fed dreht an der Zinsschraube, und IonQ verkündet obendrein eine Aktienübernahme. Kein Wunder, dass die Aktie seit Wochenbeginn unter Druck steht. Sie traf es stärker als die Konkurrenz.
Am Montag verlor das Papier an der NYSE rund neun Prozent auf 36,27 Dollar. Am Dienstag ging es zeitweise um weitere 2,4 Prozent auf 35,40 Dollar nach unten. D-Wave und Rigetti gaben ebenfalls nach, jedoch weniger deutlich.
Gartner sieht einen überfüllten Markt
Der Marktforscher erwartet, dass bis 2030 mehr als die Hälfte der Quanten-Start-ups aufgeben muss, weil tragfähige Umsätze fehlen. Der Markt sei gemessen an seiner Größe überfüllt. Kunden würden Ansätze aussortieren, die kein fehlertolerantes Quantencomputing erreichen.
Das Wachstumsbild fällt dennoch freundlich aus. Für 2026 rechnet Gartner mit 869,9 Millionen Dollar Branchenumsatz, ein Plus von 22,9 Prozent. 2027 soll die Marke von einer Milliarde Dollar erstmals überschritten werden.
Für etablierte Anbieter wie IonQ muss die Prognose nicht schlecht sein. Eine Auslese dürfte vor allem kleine Firmen ohne Kapitalpolster treffen. Börsennotierte Anbieter könnten Konkurrenten günstig zukaufen. Allerdings hat bisher keiner der drei Börsenwerte bewiesen, dass er das fehlertolerante Quantencomputing beherrscht.
Elisity-Deal verwässert Altaktionäre
Der Kursrutsch am Montag hat einen hausgemachten Grund. IonQ übernimmt den Cybersicherheitsspezialisten Elisity für bis zu 1,3 Milliarden Dollar, davon bis zu 150 Millionen Dollar als erfolgsabhängige Zahlung. Bezahlt wird ausschließlich in eigenen Aktien.
Die Zahl der neuen Papiere richtet sich nach dem Durchschnittskurs der 20 Handelstage vor Abschluss. IonQ begrenzt den Rechenkurs auf eine Spanne von 33,07 bis 49,61 Dollar. Je näher der Kurs an der Untergrenze liegt, desto stärker fällt die Verwässerung aus. Der Vollzug ist für das vierte Quartal 2026 geplant.
Zinsen belasten kapitalhungrige Werte
Die Fed hob den Leitzins im September auf 3,75 bis 4,00 Prozent an. Die Mehrheit der Teilnehmer hält eine weitere Erhöhung bis Jahresende für wahrscheinlich. Für Quantenwerte ist das heikel: Ihre Bewertungen ruhen auf Gewinnen in ferner Zukunft, und frisches Kapital wird teurer.
Heute legt das Bureau of Labor Statistics die US-Verbraucherpreise für September vor. Die Zinsentscheidung der Fed folgt am 28. Oktober. Beide Termine dürften zeigen, ob sich der Druck auf IonQ und die Konkurrenz weiter verschärft.
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