Infineon treibt den Ausbau seines weltweiten Fertigungsnetzwerks voran. Der Halbleiterkonzern hat heute in der thailändischen Provinz Samut Prakan südlich von Bangkok einen neuen Standort für Backend-Fertigung und Wafer-Tests in Betrieb genommen. An der Börse notiert das Papier heute mit einem leichten Zuwachs von 0,3 Prozent bei 59,65 Euro.
Die neue Fabrik dient dem Konzern als strategische Absicherung und ergänzt bestehende asiatische Produktionslinien. Nach Unternehmensangaben fungiert die Anlage künftig als zweites Standbein neben den Fertigungsstätten im benachbarten Malaysia. Zum Start umfasst das Werk eine Reinraumfläche von 30.000 Quadratmetern.
Bislang investierte das Unternehmen einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag in den Neubau. Rund 350 Mitarbeiter sind derzeit an dem Standort beschäftigt. Mit dem weiteren Hochlauf des ersten Moduls soll die Belegschaft vor Ort auf etwa 1.000 Beschäftigte anwachsen.
Ausbauoptionen für das globale Produktionsnetzwerk
Die Aktivitäten in Thailand konzentrieren sich auf die Montage sowie abschließende Tests von Leistungshalbleitern. Diese Bauteile kommen vor allem in der Automobilbranche, in Industrieanwendungen und in der Energieinfrastruktur zum Einsatz.
Bestehende europäische Standorte bleiben von diesem Schritt unberührt. Mit Blick auf das österreichische Werk in Villach stellte das Unternehmen klar, dass dort weder Produktionskapazitäten noch Arbeitsplätze verlagert werden.
Perspektivisch bietet der thailändische Standort erhebliche Erweiterungsreserven. Das Gelände ist modular für bis zu fünf Bauabschnitte konzipiert. Bei einer vollständigen Umsetzung aller Stufen könnte die Reinraumfläche auf bis zu 150.000 Quadratmeter steigen.
Infineons Chief Operating Officer Alexander Gorski stufte das neue Werk als strategische Langzeitinvestition ein. Die Errichtung des weltweit 13. Fertigungsstandorts des Halbleiterherstellers nahm eine Bauzeit von 14 Monaten in Anspruch.
Wachstumsziele im Markt für Leistungselektronik
Der Kapazitätsausbau stützt die langfristige Ausrichtung des Unternehmens auf strukturelle Trends wie Elektromobilität, künstliche Intelligenz und effiziente Stromnetze. Über den gesamten Branchenzyklus hinweg strebt das Management ein Umsatzwachstum von mehr als 10 Prozent an. Die Zielmarke für die Segmentergebnismarge beziffert der Konzern auf 25 Prozent.
Zusätzliche Unterstützung erhält das Geschäft durch neue Liefervereinbarungen im Bereich der Rechenzentrumsversorgung. Das Analysehaus Jefferies bestätigte vor gut einer Woche seine Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 96 Euro und verwies auf die robuste Nachfrage nach Leistungshalbleitern. Seit Jahresanfang summiert sich der Kursgewinn der Aktie auf 58 Prozent.
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