Heidelberger Druckmaschinen setzt auf eine schrittweise Neuausrichtung in den Segmenten Verpackungs- und Etikettendruck, während das Marktumfeld an den Börsen herausfordernd bleibt. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Minus von 30 Prozent. Am gestrigen Dienstag beendete das Papier den Handel bei einem Schlusskurs von 1,41 Euro.
Umbau an der Spitze der Tochtergesellschaft Gallus
Einen wesentlichen Baustein dieser Entwicklung bildet die Tochtergesellschaft Gallus Group. Bei dem Spezialisten für Etikettendruck kündigte sich ein personeller Wechsel an der Spitze an. Michael Bsirske soll ab dem 1. November 2026 als interimistischer CEO die Führung der Gruppe übernehmen.
Dario Urbinati scheidet zum selben Datum als CEO aus und soll ab dem 1. Januar 2027 den Vorsitz des Verwaltungsrats der Gallus Ferd. Rüesch AG übernehmen. Bereits zum 1. Oktober 2026 trat zudem Uwe Boerner an, der die Leitung des weltweiten Vertriebs übernahm.
Auf technologischer Seite setzt sich die Nachfrage nach den Systemen der Tochtergesellschaft fort. Das Unternehmen NextGen Label Group bestellte bei Heidelberger Druckmaschinen eine zweite Gallus Labelmaster 440. Die Achtfarbenmaschine soll Anfang 2027 am Standort Cohoes installiert werden.
Kooperationen und Digitalisierung im Verpackungsdruck
Über den Etikettenbereich hinaus treibt Heidelberger Druckmaschinen das Geschäft mit Verpackungslösungen voran. Vor gut einer Woche vereinbarte das Unternehmen eine Kooperation mit der pfenning-Gruppe. Ziel der Zusammenarbeit ist es, Druck, Verpackung und Pharmalogistik zusammenzuführen und gemeinsame Angebote für die pharmazeutische Verpackungsproduktion zu entwickeln.
Parallel stärkt das Unternehmen seine digitale Plattform Prinect im internationalen Geschäft. Der türkische Verpackungs- und Etikettendrucker Sade Ofset nutzt diese Software als digitale Grundlage für die eigene Produktion. Darüber hinaus investiert Sade Ofset in eine Speedmaster CX 104, um den Verpackungsdruck technisch zu erweitern.
Portfolioerweiterung im laufenden Marktumfeld
Die Initiativen reihen sich in weitergehende operative Schritte des Konzerns ein. So erfolgte vor rund zwei Wochen die Integration des manroland Servicegeschäfts zur Stärkung der Kundenbetreuung. Mit diesen Maßnahmen und einer Marktkapitalisierung von 436,73 Millionen Euro versucht das Unternehmen, seine industrielle Basis zu stabilisieren.
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