Ein nachgebender US-Dollar und sinkende Renditen von US-Staatsanleihen haben dem Goldpreis zum Wochenausklang Auftrieb verschafft. Am heutigen Freitag kletterte die Notierung um 1,2 Prozent auf 4.185,07 US-Dollar je Feinunze.
Nachlassender Druck durch US-Anleiherenditen
Laut Reuters sanken die Renditen von US-Staatsanleihen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Diese Entspannung stützte das unverzinsliche Edelmetall spürbar, nachdem der Kurs zur Wochenmitte noch auf ein Zwei-Monats-Tief abgerutscht war. Zeitgleich dämpften Inflationssorgen wegen höherer Ölpreise und möglicher Lieferstörungen im Nahen Osten die Kursgewinne.
Parallel dazu sorgte die Zinsdebatte in den Vereinigten Staaten für Zurückhaltung. Das Protokoll der September-Sitzung der Federal Reserve zeigte unterschiedliche Einschätzungen unter den Währungshütern: Einige Teilnehmer verwiesen auf Preisschocks im Energiesektor, andere auf eine nachfragegetriebene Teuerung. Medienberichten zufolge bezifferten Marktteilnehmer die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Oktober zuletzt auf 21,6 Prozent.
Robuste Nachfrage bei Fonds und Zentralbanken
Trotz der jüngsten Preisschwankungen bauten institutionelle Marktteilnehmer ihre Engagements zuletzt deutlich aus. Nach Angaben des World Gold Council verzeichneten weltweite Gold-ETFs im September Zuflüsse von 10 Milliarden US-Dollar. Die Bestände dieser Fonds stiegen damit um 67 Tonnen auf insgesamt 4.256 Tonnen.
Dagegen zeigten die Terminmärkte im Vormonat Gewinnmitnahmen. Die COMEX-Netto-Longpositionen fielen im September um 13 Prozent auf 654 Tonnen.
Rückendeckung kommt weiterhin von den Währungsbehörden. Die gemeldeten Netto-Goldkäufe weltweiter Zentralbanken beliefen sich im August auf 39 Tonnen. Zudem meldete die chinesische Notenbank für September weitere Aufstockungen und verzeichnete damit den 23. Kaufmonat in Folge.
Zinsausblick bleibt der entscheidende Taktgeber
Auf der Makroseite richten Anleger ihre Aufmerksamkeit nun auf die anstehenden Wirtschaftsdaten aus Übersee. Das US Bureau of Labor Statistics legt am 14. Oktober die Verbraucherpreisdaten für September vor. Am 28. Oktober folgt schließlich die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve.
Auf der charttechnischen Seite mahnen Marktbeobachter dennoch zur Geduld. Chris Weston von Pepperstone erklärte, er nehme erst bei einem Ausbruch über die Marke von 4.275 US-Dollar je Feinunze eine positivere Einschätzung ein. Bis zu den anstehenden Inflationsdaten dürfte das Tauziehen zwischen Zinsperspektiven und geopolitischen Risiken die Richtung bestimmen.
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