Startseite » Marktberichte » Gold erholt sich nach Kurseinbruch am Vortag
Symbolbild, KI-generiert

Gold erholt sich nach Kurseinbruch am Vortag

Günstigeres Öl und sinkende Anleiherenditen stützten die Goldnotierung; Händler warteten auf US-Inflationsdaten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Dezember-Kontrakt steigt auf 4.187,95 Dollar
  • WTI verbilligt sich um 2,0 Prozent
  • US-Verbrauchervertrauen sinkt auf 81,9 Punkte
  • US-Inflationszahlen folgen am Mittwoch

Gold hat am Dienstag nach einem spürbaren Rückschlag wieder etwas Boden gutgemacht. Sinkende Rohölpreise und nachgebende Renditen an den Anleihemärkten verschafften dem Edelmetall eine Atempause. Große Ausschläge blieben an den Terminmärkten allerdings aus, da wichtige Preisdaten unmittelbar bevorstehen.

Am Montag war der Preis für eine Feinunze zur Auslieferung im Dezember noch um 3,5 Prozent auf 4.168,40 Dollar abgesackt. Am Dienstag kletterte der Terminkontrakt im Handelsverlauf wieder auf 4.187,95 Dollar. Am Spotmarkt notierte das Edelmetall zeitgleich bei 4.158,19 Dollar je Feinunze.

Entlastung von den Ölmärkten

Haupttreiber der Erholung war eine Kehrtwende an den Rohstoffmärkten. US-Leichtöl der Sorte WTI, das am Vormittag zeitweise noch im Plus gelegen hatte, gab im Tagesverlauf um 2,0 Prozent auf 90,73 Dollar nach. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich parallel um 1,55 Prozent auf 96,31 Dollar je Barrel.

Der Preisrückgang beim Erdöl dämpfte die Sorge vor kraftstoffgetriebenen Inflationsschüben. In der Folge gaben die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen unter anderem in den USA und Deutschland nach. Niedrigere Anleiherenditen verringern die Opportunitätskosten für das zinslose Edelmetall.

Trübe Verbraucherstimmung bremst Zinsfurcht

Hinzu kamen schwächere Konjunkturdaten aus Übersee. Das US-Verbrauchervertrauen des Conference Board fiel im September überraschend auf 81,9 Punkte. Im Vormonat hatte der Index nach einer Abwärtsrevision noch bei 88,6 Punkten gelegen. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einem leichten Zuwachs auf 90,0 Zähler gerechnet.

Die Eintrübung dämpfte die Zinserwartungen an den Märkten etwas ab. Das FedWatch-Tool der Börse CME signalisiert für die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve Ende Oktober eine Wahrscheinlichkeit von 68,1 Prozent für eine Anhebung um 25 Basispunkte.

Größere Positionierungen mieden die Händler dennoch. Am Mittwoch stehen die aktuellen Daten zur US-Verbraucherpreisinflation an. Sie gelten als richtungsweisend für den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank.

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.