General Electric überrascht mit starken Quartalszahlen und setzt gleichzeitig auf zwei Hebel, die Aktionäre begeistern dürften: eine kräftige Prognoseanhebung und ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm. Doch was steckt hinter dem plötzlichen Optimismus des einstigen Industriegiganten?
Überraschende Zahlen beflügeln den Kurs
Die jüngsten Ergebnisse sprechen eine klare Sprache:
- Umsatzplus von 21,2% auf 10,15 Mrd. US-Dollar
- Gewinn je Aktie (bereinigt) bei 1,66 US-Dollar – deutlich über den Erwartungen von 1,43 US-Dollar
- Besonders stark: das Geschäft mit Flugzeugtriebwerken (+30,3%)
Der Erfolg treibt die Erwartungen nach oben. Für das Gesamtjahr 2025 peilt GE nun einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 5,60 und 5,80 US-Dollar an – eine kräftige Anhebung gegenüber früheren Prognosen.
Doppelstrategie: Schulden und Rückkäufe
Parallel zu den operativen Erfolgen fährt der Konzern eine aggressive Finanzstrategie:
- Fast 2 Mrd. US-Dollar durch Anleiheemissionen eingesammelt
- 1,57 Mrd. US-Dollar für Aktienrückkäufe freigegeben
- Langfristiges Ziel: 24 Mrd. US-Dollar an Aktionäre bis 2026 zurückgeben
Diese Manöver sollen Spielraum für Investitionen in zukunftsträchtige Projekte schaffen – insbesondere in die nächste Generation von Flugzeugtriebwerken.
Militärgeschäft als Wachstumstreiber?
Besonders interessant: GEs Engagement im Verteidigungssektor. Der Konzern drängt das Pentagon, das F/A-XX-Kampfflugzeugprogramm der Navy voranzutreiben. Dahinter steckt die Entwicklung adaptiver Triebwerkstechnologien – ein Schlüsselbereich für künftige Militärflugzeuge. Gleichzeitig investiert GE massiv in Testinfrastruktur für Hyperschalltechnologien.
Die Strategie findet Anklang bei Analysten. Royal Bank of Canada und Barclays haben ihre Kursziele auf 300 bzw. 295 US-Dollar angehoben. Doch kann GE den eingeschlagenen Kurs halten? Die jüngste Kursrally zeigt: Die Märkte trauen es dem einstigen Sorgenkind der US-Industrie wieder zu.
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