Zölle auf chinesische Plug-in-Hybride könnten die Verkäufe in Deutschland spürbar bremsen, dürften die Importeure aber vor allem Marge kosten. In den laufenden Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und Peking dienen mögliche Abgaben als zentrales Druckmittel. Die Botschaft aus Brüssel ist unmissverständlich: Bleiben freiwillige Exportbegrenzungen aus China aus, drohen Einfuhrquoten und Sonderabgaben an den europäischen Grenzen.
Ein solches Instrument hätte messbare Folgen für den Markt. Würden vergleichbare Zölle wie 2024 auf reine Elektroautos verhängt, stiegen die Preise für Plug-in-Hybride bei einer Weitergabe an Kunden im Schnitt um rund zehn Prozent. Für Deutschland ergäbe sich daraus ein rechnerischer Nachfragerückgang von etwa zwölf Prozent. Bereits die Abgaben auf reine Stromer hatten damals unmittelbar dazu geführt, dass die Absätze chinesischer Modelle in den großen europäischen Absatzmärkten zurückgingen.
Margenverzicht statt Preiserhöhung
Allerdings ist fraglich, ob chinesische Hersteller höhere Abgaben sofort an Autokäufer überwälzen würden. Wahrscheinlicher ist, dass die Anbieter zunächst Einbußen bei der Rendite hinnehmen. Für viele Hersteller aus Fernost besitzt der europäische Markt eine derart hohe strategische Bedeutung, dass der Ausbau von Marktanteilen kurzfristig Vorrang vor Profitabilität hat.
Der Streit um Hybridantriebe ist Teil einer größeren Auseinandersetzung. Die Europäische Union will das Handelsdefizit mit Peking verringern, das sich auf rund eine Milliarde Euro täglich summiert. Eine Einigung im Fahrzeugsektor gilt als entscheidender Baustein, um eine weitere Eskalation im bilateralen Handel zu verhindern.
Quoten als Verhandlungsinstrument
Peking hat sich bislang geweigert, die stark wachsenden Ausfuhren von Hybridfahrzeugen freiwillig zu beschränken. Daher umfasst die europäische Drohkulisse zeitlich befristete Schutzmaßnahmen. Diese würden Einfuhrquoten festlegen und für jede darüber hinausgehende Lieferung hohe Zusatzzölle verlangen.
Um das Ziel eines auf 15 Prozent begrenzten chinesischen Marktanteils bei Hybridwagen in der Europäischen Union durchzusetzen, müsste eine solche Regelung voraussichtlich auch für andere Exportländer wie Japan, Südkorea und Großbritannien greifen. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nutzt diese Optionen in Peking nun, um die chinesische Seite doch noch zu verbindlichen Zusagen zu bewegen.
