Eli Lilly hat gestern positive Einjahresergebnisse für Omvoh bei Kindern und Jugendlichen mit Colitis ulcerosa gemeldet. Nach Unternehmensangaben erreichte die Phase-3-Studie SHINE-2 ihren primären Endpunkt. Damit steht ein weiterer klinischer Erfolg fest. Für Anleger sind daneben die anstehenden Onkologiedaten und eine noch ausstehende europäische Zulassungsentscheidung wichtige nächste Prüfsteine.
Omvoh erreicht den primären Endpunkt
Die Studie untersuchte Omvoh bei Patienten im Alter von 6 bis 17 Jahren mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa. Die positive Meldung betrifft damit eine klar abgegrenzte pädiatrische Patientengruppe.
Bereits am Donnerstag hatte Eli Lilly weitere Einjahresanalysen zu Omvoh vorgestellt. Diese betrafen die Krankheitskontrolle ohne Kortikosteroide bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Die gestrige Mitteilung ergänzt diese Ergebnisse um den Erfolg der pädiatrischen Studie.
Für die Einordnung bleibt die Trennung der Aussagen entscheidend: Die neuen Ergebnisse betreffen den primären Studienendpunkt bei Kindern und Jugendlichen. Die zuvor veröffentlichten Analysen behandeln dagegen die kortikosteroidfreie Krankheitskontrolle. Beides gehört zur klinischen Entwicklung von Omvoh, beantwortet aber unterschiedliche Fragen.
Kooperation setzt auf gezielte Wirkstoffabgabe
Parallel arbeitet Eli Lilly an neuen Technologien. Reuters berichtete gestern über eine Kooperationsvereinbarung mit der in Hongkong gelisteten Metis TechBio. Gegenstand sind Forschung und Entwicklung von Technologien zur gewebespezifischen Wirkstoffabgabe.
Metis kann eine Vorauszahlung im niedrigen zweistelligen Millionenbereich in US-Dollar erhalten. Hinzu kommen mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu rund 1,1 Milliarden $. Diese Beträge sind damit nicht mit einer vollständig geleisteten Zahlung gleichzusetzen.
Die Zusammenarbeit setzt einen anderen Schwerpunkt als die Omvoh-Ergebnisse: Während dort ein konkreter klinischer Endpunkt erreicht wurde, geht es bei der Vereinbarung um die Erforschung und Entwicklung von Verabreichungstechnologien. Der finanzielle Umfang bleibt wesentlich an das Erreichen von Meilensteinen gebunden.
Weitere Daten und Entscheidungen stehen an
Am Sonntag kündigte Eli Lilly neue Daten aus seinem Onkologieportfolio für den ESMO-Kongress vom 23. bis 27. Oktober an. Dazu zählen Phase-1-Daten zu sofetabart mipitecan in Kombination mit bevacizumab. Außerdem sind aktualisierte Ergebnisse zu olomorasib, Retevmo und Verzenio vorgesehen.
Ein weiterer Entscheidungspunkt liegt in Europa. Der Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur empfahl am Freitag die Zulassung von Foundayo mit dem Wirkstoff orforglipron zur Gewichtskontrolle und bei Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen. Die endgültige Entscheidung trifft die Europäische Kommission.
Am 29. Oktober folgen die Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 samt Investoren- und Medienkonferenz. Damit stehen neben den klinischen Fortschritten bald auch die nächsten Finanzzahlen zur Bewertung an. Der jüngste belegte Fortschritt bleibt zunächst der erreichte Studienendpunkt von Omvoh.
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