RBC Capital Markets rechnet bei Eli Lilly mit einer weiteren Anhebung der Umsatzprognose. Die Analysten erwarten zu den Quartalszahlen am 29. Oktober einen Aufschlag von rund 2 Mrd. USD. Ihre zentrale These: Die starke Nachfrage nach Mounjaro und Zepbound dürfte den Preisdruck mehr als ausgleichen. Gestern bestätigte RBC deshalb die Einstufung „Outperform“.
Absatzwachstum soll niedrigere Preise auffangen
Für RBC entscheidet vor allem das Verkaufsvolumen über die weitere Umsatzentwicklung. Die Analysten sehen ihre Umsatzschätzung rund 2 % über dem Konsens. Bei Zepbound liegen sie 4 % darüber und bei Mounjaro 6 %. Besonders das Geschäft außerhalb der USA trägt zu dieser optimistischeren Einschätzung bei.
Damit setzt das Analysehaus nicht auf eine Entspannung bei den Preisen. Vielmehr sollen zusätzliche Verkäufe die niedrigeren Erlöse je Rezept überkompensieren. Für Anleger liegt darin der entscheidende Unterschied: Preisdruck allein würde nach dieser Einschätzung noch keine Abschwächung des Umsatzwachstums bedeuten.
Das Medicare Bridge Program macht laut RBC rund 10 % der US-Verschreibungen aus. Den damit verbundenen Preiseffekt beziffert das Haus auf etwa 200 Basispunkte. Für Mounjaro erwarten die Analysten im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 10,46 Mrd. USD.
Diese Erwartung ist noch kein gemeldetes Ergebnis. Die anstehenden Zahlen müssen zeigen, ob die Nachfrage tatsächlich stark genug bleibt, um die Preisbelastung aufzufangen. Lilly erwartet im zweiten Halbjahr zudem mehr Lieferkapazität. Das würde die Voraussetzung verbessern, zusätzliche Nachfrage auch bedienen zu können.
Deutliche Lücke zur Unternehmensprognose
RBC veranschlagt den Umsatz auf 89,8 Mrd. USD. Die zuletzt genannte Unternehmensprognose liegt bei 85–87 Mrd. USD. Das Analysehaus kalkuliert somit oberhalb der gesamten bisherigen Prognosespanne.
Die erwartete Anhebung wäre nach Einschätzung von RBC bereits die dritte in diesem Jahr. Der Optimismus beschränkt sich damit nicht auf einen einzelnen Quartalswert. Er betrifft auch die Frage, wie viel vom starken Absatz in den verbleibenden Ausblick einfließt.
Auch der FactSet-Konsens liegt mit 88,7 Mrd. USD über der bisherigen Unternehmensprognose. Eine Erhöhung allein wäre deshalb noch keine Überraschung gegenüber den Markterwartungen. Entscheidend wird vielmehr, ob Lilly mit dem neuen Ausblick die bereits höheren Schätzungen bestätigt oder übertrifft.
Kursziel verlangt anhaltende Wachstumsstärke
RBC hält am Kursziel von 1.500 USD fest. Grundlage ist das 31-Fache des erwarteten Gewinns je Aktie. Die Bewertung stützt sich damit auf künftige Erträge und nicht auf bereits berichtete Gewinne.
Für 2027 setzt RBC einen Gewinn je Aktie von 48,29 USD an. Als weiteren möglichen Impuls nennt das Haus den Forschungs- und Entwicklungstag am 7. Dezember. Neben dem kurzfristigen Umsatzverlauf rücken damit auch Lillys weitere Entwicklungsperspektiven in den Blick.
Die Aktie gewann gestern 0,7 %; der moderate Anstieg zeigt allerdings noch nicht, ob sich die optimistischen Geschäftserwartungen erfüllen. Den nächsten konkreten Prüfstein liefern die Quartalszahlen. Für die RBC-These zählt dabei vor allem das Zusammenspiel aus Absatz, Preisen und neuem Umsatzausblick.
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