Gegensätzliche Einschätzungen und Mittelabflüsse im Immobiliensektor prägen das Bild beim Frankfurter Vermögensverwalter DWS. Am Donnerstag gerieten die Papiere spürbar unter Druck, nachdem dpa-AFX über eine negative Einstufung von Goldman Sachs berichtet hatte. Am Freitag ging die Aktie bei 68,45 Euro aus dem Handel, was auf Sicht von sieben Tagen einem Rückgang von 5,3 Prozent entspricht.
Geteilte Meinungen an der Wall Street
Goldman-Sachs-Analyst Oliver Carruthers hob am Mittwoch das Kursziel von 60 auf 65 Euro an, beließ die Einstufung für den Titel jedoch auf „Sell“. Carruthers begründete die Anpassung mit höheren erwarteten Gebühreneinnahmen. Trotz der Zielanhebung signalisiert das Votum der US-Investmentbank damit weiterhin Skepsis für den weiteren Kursverlauf.
Deutlich zuversichtlicher blickt Jefferies auf das Papier. Das Analysehaus bekräftigte am Mittwoch seine Kaufempfehlung und hält an einem Kursziel von 90 Euro fest. Als wesentliche Treiber nannten die Experten Chancen durch die anstehende deutsche Rentenreform sowie zusätzliches Potenzial in der betrieblichen Altersversorgung.
Hoher Verkaufsdruck bei offenen Immobilienfonds
Abseits der Analystenkommentare belasten Entwicklungen im Fondsgeschäft die Stimmung. Die DWS teilte dem Handelsblatt mit, dass bei den offenen Immobilienfonds grundbesitz Europa, grundbesitz Global und grundbesitz Fokus Deutschland zusätzliche Immobilienverkäufe erforderlich sind, um Anteilsrückgaben von Anlegern bedienen zu können. Den Gesamtwert der Immobilien dieser drei Fonds bezifferte das Handelsblatt auf etwa 10 Milliarden Euro.
Gegenüber Fachmedien erklärte die DWS, dass der seit Jahresbeginn gestiegene Rückgabewunsch umfangreiche Verkäufe erfordere. Das herausfordernde Marktumfeld erschwere die Umsetzung dieser Transaktionen allerdings spürbar. Zudem könnten die laufenden Verkaufsprogramme weitere Anpassungen der Verkehrswerte nach sich ziehen.
Quartalsbericht als nächster Orientierungspunkt
Neue Impulse für die weitere Entwicklung dürften die anstehenden Geschäftszahlen liefern. Das Unternehmen hat die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 für den 28. Oktober angekündigt.
Im Rahmen einer Telefonkonferenz für Analysten und Investoren wird sich zeigen, wie stark die Abflüsse im Immobiliensektor das operative Geschäft belasten und inwieweit das Neugeschäft in anderen Bereichen die Rückgaben ausgleichen kann.
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