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Deutz Aktie: Gericht verurteilt wegen Wettbewerbsmissbrauch

Das Kopenhagener Gericht verhängte eine Geldbuße; in Köln erwägt das Management bis 2028 einen Stellenabbau.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Dänisches Gericht verhängte acht Millionen Kronen
  • Ersatzteilimporte für IC3-Züge behindert
  • Bis zu 200 Stellen bis 2028 geplant
  • Quartalsmitteilung für 5. November angekündigt

Am Donnerstag hat das Kopenhagener Stadtgericht die Deutz AG wegen des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung verurteilt. Gegen das Kölner Traditionsunternehmen wurde eine Geldbuße in Höhe von 8 Mio. dänischen Kronen verhängt. Gegenstand des Verfahrens war die Behinderung von Ersatzteilimporten für dänische IC3-Züge.

Rechtliche Auseinandersetzung in Dänemark

Medienberichten zufolge sah es das Gericht als erwiesen an, dass Deutz den freien Wettbewerb im Nachrüst- und Ersatzteilmarkt beeinträchtigt hatte. Konkret ging es um Lieferketten für Komponenten, die im Schienenverkehr für die dänischen IC3-Triebzüge benötigt werden. Durch Restriktionen bei der Beschaffung hatte das Unternehmen seine dominante Marktposition ausgenutzt, um den Bezug alternativer Ersatzteile zu erschweren.

Mit der verhängten Strafe von 8 Mio. dänischen Kronen zieht die dänische Justiz einen Schlussstrich unter das juristische Verfahren. Für das operative Tagesgeschäft bedeutet die Summe zwar eine überschaubare finanzielle Belastung, sie verdeutlicht jedoch die strengen regulatorischen Auflagen auf den europäischen Märkten für Bahnkomponenten und Motorenzubehör.

Strukturmaßnahmen am Kölner Heimatstandort

Parallel zu der juristischen Entscheidung aus Dänemark rückt die operative Aufstellung des Kölner Motorenbauers in den Fokus. Laut dpa aus informierten Kreisen plant das Management am Stammwerk in Köln Anpassungen beim Personal. Demnach steht ein Abbau von 130 bis 200 Stellen bis Ende 2028 im Raum. Sollten sich die Rahmenbedingungen weiter eintrüben, könnten im Maximalfall bis zu 300 Arbeitsplätze betroffen sein.

Ein Unternehmenssprecher von Deutz lehnte eine Stellungnahme zu diesen Plänen ab. Die Sparbemühungen verdeutlichen den Kostendruck, unter dem das Unternehmen bei der Anpassung traditioneller Antriebsstrukturen steht.

Blick auf die Zwischenbilanz

Am Aktienmarkt zeigten sich die Anleger von der juristischen Entscheidung in Kopenhagen unbeeindruckt. Am gestrigen Freitag schloss das Papier mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 11,01 Euro.

Wesentliche Impulse für die weitere geschäftliche Entwicklung dürften die anstehenden Finanzkennzahlen liefern. Deutz hat angekündigt, die Quartalsmitteilung zu den ersten neun Monaten 2026 am 5. November vorzulegen. An diesem Stichtag wird sich zeigen, wie sich die Auftragslage in den Kernsegmenten darstellt und welche finanziellen Spielräume für die Restrukturierung zur Verfügung stehen.

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