Die Deutsche Telekom baut ihr Angebot an exklusiven Sportübertragungen aus. Der Bonner Konzern hat sich heute die exklusiven Live-Medienrechte für die 3. Liga bis einschließlich zur Saison 2030/31 gesichert. Über die eigene Plattform MagentaSport überträgt das Unternehmen weiterhin sämtliche 380 Saisonbegegnungen sowie die beiden Relegationsspiele live.
Für die Fans bringt die neue Vereinbarung eine veränderte Aufteilung der Free-TV-Spiele mit sich. Während in früheren Spielzeiten noch 68 Partien bei den Dritten Programmen der ARD liefen, sind ab der Spielzeit 2027/28 vertraglich mindestens 38 Begegnungen pro Spielzeit frei empfangbar.
Die Telekom hält hierfür sowohl die Pay- als auch die Free-TV-Rechte. Nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes brachte die Rechteausschreibung über die vier Jahre ein Rekordergebnis von 124 Millionen Euro ein. Seit dem Start der Berichterstattung im Jahr 2017 hat sich die Reichweite der dritthöchsten deutschen Spielklasse versiebenfacht.
US-Markt sorgt für Gegenwind an der Börse
Trotz der langfristigen Weichenstellung im Programmangebot steht die Telekom-Aktie heute unter erheblichem Verkaufsdruck. Das Papier verliert 8,5 Prozent auf 24,73 Euro. Belastet wird die Stimmung der Anleger durch Entwicklungen auf dem für die Bonner zentralen US-Markt. Der Raumfahrtkonzern SpaceX kaufte gestern von Grain Management ein landesweites Portfolio an 800-MHz-Mobilfunkfrequenzen, um ein eigenes Angebot aufzubauen.
Die Deutsche Telekom hält 54 Prozent an T-Mobile US, die maßgeblich zum Konzernergebnis beiträgt. Der Einstieg des neuen Konkurrenten schürt an den Finanzmärkten Befürchtungen vor einem intensivierten Preis- und Margenkampf in den Vereinigten Staaten.
Citi sieht in dem Schritt ein anhaltendes Risiko für Telekom- und Kabelkonzerne. Demgegenüber betonen Analysten von ODDO BHF, dass der Aufbau eines eigenständigen Mobilfunkangebots ohne Roamingpartner mehrere Jahre in Anspruch nehmen könnte.
Partner und Konkurrenten zugleich
Die Auseinandersetzung um Frequenzen trifft auf eine komplexe Ausgangslage. Bernstein schätzt die Investitionen für den Aufbau eines konkurrenzfähigen Netzes auf 50 bis 130 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommt eine formale Hürde: Die US-Aufsichtsbehörde FCC muss der Übernahme des Spektrums und der Verknüpfung terrestrischer Netze mit Satelliten erst noch zustimmen.
Zugleich sind die Bonner und das Unternehmen von Elon Musk geschäftlich miteinander verknüpft. Die Telekom plant ab dem Jahr 2028 den Einsatz von Starlink-Diensten, um Funklöcher in Deutschland und neun weiteren europäischen Staaten zu schließen. Während der Konzern die Partnerschaft im Heimatmarkt vorantreibt, muss die US-Tochter künftig einem neuen Wettbewerber auf dem Heimatmarkt begegnen.
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