Die US-Bank JPMorgan traut den Papieren der Deutschen Bank vor den anstehenden Quartalszahlen deutliches Aufwärtspotenzial zu. Das Institut bestätigte die Einstufung „Overweight“ und hält an einem Kursziel von 41 Euro fest.
Analyst Kian Abouhossein aktualisierte am Montag sein Bewertungsmodell für das Frankfurter Geldhaus und nahm im Vorfeld des Zwischenberichts für das dritte Quartal geringfügige Anpassungen an den bereinigten Schätzungen für den Gewinn je Aktie vor.
Die Zahlen für das dritte Jahresviertel stehen am 28. Oktober auf der Agenda. Am Markt stoßen die Vorgaben auf ein wohlwollendes Umfeld: Im heutigen Handel legt der Kurs der Deutschen Bank um 0,9 Prozent auf 31,49 Euro zu.
Vorsichtige Signale aus dem Management
Die Zuversicht von JPMorgan trifft auf eine Marktphase, in der die Erwartungshaltung für den Zwischenbericht zuletzt gedämpft wurde. Vor gut einer Woche hatte Finanzchef Raja Akram auf einer Branchenkonferenz signalisiert, dass die Erträge im Investmentbanking im abgelaufenen Quartal auf dem Niveau des Vorjahres oder leicht darunter liegen dürften. Als Vergleichsbasis nannte er dabei Erträge von 3,0 Milliarden Euro aus dem Vorjahreszeitraum.
Zudem stellte Akram für die Risikovorsorge eine Größenordnung in Aussicht, die sich zwischen den Werten des ersten und zweiten Quartals bewegen soll. An der angestrebten Zielspanne für die harte Kernkapitalquote von 13,5 bis 14,0 Prozent hielt das Finanzinstitut fest. Nach den Äußerungen des Managements war die Aktie zeitweise spürbar unter Druck geraten und notiert mit einem Abschlag von 12 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 35,84 Euro.
Rückenwind durch positive Branchenstimmen
Neben JPMorgan signalisieren auch weitere Häuser wie RBC eine positive Grundhaltung für den DAX-Konzern. Branchenbeobachter verweisen zudem auf ein weiterhin solides Ertragsumfeld für europäische Institute, auch wenn sich die Zinsdynamik im laufenden Jahr allmählich normalisiert.
Für Anleger richtet sich der Blick nun auf den 28. Oktober: Die anstehende Bilanzvorlage wird zeigen müssen, ob die Deutsche Bank trotz der verhalteneren Töne im Handels- und Emissionsgeschäft ihre Rentabilitätsziele absichern und den Abstand zum Kursziel der Analysten verringern kann.
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