Die Wochenmitte bringt dem DAX einen Belastungstest. Um 14:30 Uhr erscheinen die US-Verbraucherpreise für September, und sie dürften zeigen, wie viel Spielraum die Fed noch hat. Vorbörslich deutet sich ein leichtes Plus an.
Broker sehen den Leitindex gut zwei Stunden vor dem Xetra-Start rund 0,3 Prozent höher bei etwa 25.343 Punkten. Gestern hatte er mit 25.260 Punkten knapp im Minus geschlossen, nachdem er zeitweise über 25.400 Zähler geklettert war. Diese Woche kommt der Index kaum vom Fleck. Er ringt mit der 21-Tage-Linie bei 25.313 Punkten, die den kurzfristigen Trend markiert.
Öl und Zinsen halten die Sorgen wach
Über Nacht kehrte Unruhe an den Ölmarkt zurück. Nach einem Angriff der Huthi-Miliz auf ein Verwaltungsgebäude von Saudi Aramco stieg Brent um 1,3 Prozent auf 107,35 Dollar je Barrel. Teure Energie füttert die Inflationsängste, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei 5,22 Prozent.
Für September erwarten Volkswirte einen Anstieg der US-Teuerung auf 3,6 Prozent, nach 3,4 Prozent im August. Hauptgrund sei teureres Benzin, so die Commerzbank. Ölpreise und Renditen „zerren an den Nerven“, sagt Claudia Windt von der Helaba.
Fed-Präsident John Williams aus New York hält in diesem Jahr noch eine weitere Zinserhöhung für angemessen. Für 2027 sieht er keine mehr. Fällt die Inflation höher aus als erwartet, könnten Anleger weitere Schritte einpreisen. Dann gerieten vor allem die stark finanzierungsabhängigen Technologiewerte erneut unter Druck. Sie hatten diese Woche bereits deutlich abgegeben.
Chipwerte im Blick
Hier liefert ASML den ersten Hinweis. Der niederländische Chipausrüster legt am Morgen Zahlen zum dritten Quartal vor. Das Unternehmen kann die hohe Nachfrage nicht bedienen und plant einen Kapazitätsausbau. Am Dienstag hatten Sorgen vor wachsender Konkurrenz aus China ASML und Branchenwerte belastet. Im DAX fanden sich Infineon und Siemens Energy am Indexende.
Gefragt waren dagegen Symrise nach dem starken Quartalsumsatz des Konkurrenten Givaudan, außerdem Adidas, Brenntag und BMW. In den USA folgen Bank of America und Morgan Stanley. Am Abend lädt Schaeffler zum Pre-Close-Call.
In Asien setzte eine Gegenbewegung ein. Der Nikkei gewann zur Mittagspause 0,6 Prozent, die Chipwerte Samsung und SK Hynix erholten sich.
Die Marke für den Tag ist klar: Hält der DAX die 21-Tage-Linie bei 25.313 Punkten, bleibt der kurzfristige Trend intakt. Ein Rutsch darunter nach den Inflationsdaten würde die Schwäche der Woche bestätigen.
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