Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im August zweistellig eingebrochen, und der DAX steigt trotzdem. Der Grund liegt in den Details: Ausschlaggebend war ein Einbruch bei Rüstungs-Großaufträgen, nicht eine breite Schwäche.
Gute Vorgaben tragen den Index
Nach der Stagnation zum Wochenauftakt legte der Leitindex am Dienstag zu. Zur Eröffnung ging es um 0,54 Prozent auf 25.390,75 Punkte nach oben. Die Vorgaben aus Asien und den USA fielen überwiegend positiv aus, in New York erreichte der Nasdaq 100 am Vortag ein Rekordhoch.
Bereinigt um Großbestellungen lag der Auftragseingang fast auf dem Niveau des Vormonats. Das erklärt, warum die Zahlen die Stimmung kaum belasteten. Der MDAX gewann 0,16 Prozent, der EuroStoxx 50 rund 0,4 Prozent.
Technisch gibt es ebenfalls Positives. Die Experten der Landesbank Helaba verweisen darauf, dass der DAX sich oberhalb der 200-Tage-Linie halten konnte. Der Index war ihr in der vergangenen Woche bis auf 24.831 Punkte nahegekommen und erholte sich von dort wieder. Die Marke von 25.300 Punkten nimmt er nun erneut ins Visier, nachhaltig überwunden hatte er sie zum Handelsschluss am Montag noch nicht.
Renditen und Öl bremsen
Die Aufwärtsdynamik bleibt begrenzt. Andreas Lipkow von CMC Markets erwartet, dass die datenarme Handelswoche von Energiepreisen und Anleiherenditen dominiert wird. Der Brent-Ölpreis bewegt sich weiter auf hohem Niveau.
Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg sieht steigende Renditen nicht zwingend als Belastung, da sie oft eine anziehende Konjunktur widerspiegeln. Beim US-Markt gelte das aber nur, solange die Rendite zehnjähriger Treasuries unter 5 Prozent liegt. Diese Marke wurde zuletzt deutlich überschritten, auch wenn sich die Rendite zuletzt stabilisierte. Oberhalb davon entwickle sich der US-Markt tendenziell nur noch unterdurchschnittlich.
Termine der Woche
Am Dienstag hält Marvell Technology eine Anlegerveranstaltung ab, die der KI-Euphorie Impulse geben könnte. Am Mittwoch findet der Kapitalmarkttag von Porsche statt, der angeschlagenen Sportwagentochter von VW. Am Donnerstag legt Taiwan Semiconductor Manufacturing Umsatzzahlen für die ersten neun Monate vor.
Bis zum Rekord ist noch Luft: Das Allzeithoch markierte der DAX am 28. August bei 26.618,74 Punkten, auf Schlussbasis bei 26.569,99 Zählern. Von der aktuellen Marke aus sind das rund fünf Prozent.
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