Nach dem Rutsch unter die Marke von 25.000 Punkten zeichnet sich zum Wochenschluss eine Stabilisierung ab. Vorbörslich taxieren Broker den Leitindex rund 0,3 bis 0,4 Prozent höher bei etwa 25.010 bis 25.040 Punkten. Die Wochenbilanz bliebe dennoch negativ: Es droht ein Minus von rund 1,4 Prozent.
Anleihemarkt gibt den Takt vor
Am Donnerstag hatte der DAX 1,0 Prozent auf 24.939 Punkte verloren und damit so tief geschlossen wie seit Ende Juli nicht mehr. Treiber waren die Renditen. Zehnjährige US-Staatsanleihen rentierten zeitweise mit 5,34 Prozent, so hoch wie seit April 2002 nicht mehr. Die zehnjährige Bundesanleihe erreichte mit 3,62 Prozent den höchsten Stand seit 2008.
Entlastung kam erst nach Xetra-Schluss. Fed-Vizechef Philip Jefferson sagte, er sehe keine Eile für eine weitere Zinserhöhung. Die US-Rendite fiel daraufhin auf 5,24 Prozent, die Wall Street erholte sich leicht. Der Anleihemarkt hat sich über Nacht etwas beruhigt, nach dem jüngsten Ausverkauf, der französische Staatsanleihen besonders traf.
Unter den Einzelwerten war Bayer am Donnerstag größter Verlierer, gefolgt von Volkswagen. Auch Deutsche Bank, Airbus und Merck gaben deutlich nach. Heidelberg Materials führte die Gewinnerliste an.
Zwei Termine entscheiden über den Tag
Um 11:00 Uhr erscheint die Vorabschätzung der Verbraucherpreise im Euroraum. Erwartet wird ein Anstieg der Jahresrate auf 3,6 Prozent nach 3,2 Prozent. Ein höherer Wert würde die Zinssorgen weiter nähren.
Um 14:30 Uhr folgt der US-Arbeitsmarktbericht für September, der erste seit der jüngsten Zinserhöhung der Fed. Volkswirte rechnen mit 84.000 neuen Stellen nach 162.000 im August. Ein starkes Ergebnis wäre für den Markt kein Befreiungsgrund: Ein Händler sieht darin ein Signal, das „das Szenario länger anhaltend hoher Zinsen untermauern“ und den Druck auf Risikoanlagen erhöhen würde.
Zusätzlich belasten die Rohstoffe. Brent verteuerte sich um mehr als vier Prozent auf 102 Dollar je Barrel, nach Berichten über ausgesetzte chinesische Kraftstoffexporte und eine weitere US-Flugzeugträgergruppe im Nahen Osten. Nach Börsenschluss fiel zudem Nike um rund acht Prozent, da der Konzern einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich für das Gesamtjahr in Aussicht stellte. Das rückt Adidas und Puma in den Blick.
Gelingt dem DAX heute der Schluss über 25.000 Punkten, wäre die Marke nach nur einem Tag unterhalb zurückerobert. Die Wochenbilanz bliebe trotzdem im Minus.
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