Der DAX steuert auf eine Stabilisierung zu, nachdem er am Donnerstag auf den tiefsten Stand seit Juli gerutscht war. Auslöser waren gleich drei Belastungsfaktoren: Ölpreis, Anleiherenditen und neue Zweifel am KI-Boom. Für die Woche zeichnet sich dennoch ein Minus von knapp einem Prozent ab.
Vorbörslich deutet sich eine freundliche Eröffnung an. Der Broker IG Markets sah den Leitindex zwei Stunden vor Xetra-Start 0,8 Prozent höher bei gut 25.000 Punkten. Der Future auf den Index legte im Frühhandel ähnlich zu und notierte bei rund 25.150 Punkten.
Drei Belastungsfaktoren
Am Donnerstag fiel der Index zeitweise unter 24.900 Punkte. Ein Medienbericht über mögliche US-Angriffe auf den Iran noch vor den Zwischenwahlen trieb die Ölpreise. Präsident Donald Trump wies das zurück: Vor der Wahl am 3. November werde es keinen Angriff geben. Brent kostet am Morgen rund 103 Dollar je Barrel, etwas weniger als am Vortag.
Die Anleiherenditen sorgten für zusätzlichen Druck. Zehnjährige US-Staatsanleihen hatten am Mittwoch mit 5,36 Prozent den höchsten Stand seit 2002 erreicht. Zuletzt lag die Rendite bei etwa 5,2 Prozent, ein weiterhin hohes Niveau, auch wenn sie leicht nachgibt.
Hinzu kam der Technologiesektor. Ein Bericht der „Financial Times“ über geringere OpenAI-Umsätze als zuvor signalisiert nährte die Sorge, dass sich die hohen KI-Ausgaben schwerer rechtfertigen lassen. Der Nasdaq 100 verlor 1,4 Prozent, in Tokio gab der Nikkei zum Handelsstart ebenfalls nach.
Einzelwerte im Blick
Größter Gewinner im DAX war Scout24 mit einem Plus von 3,0 Prozent. Am Indexende verlor die Vorzugsaktie von Volkswagen 4,5 Prozent, belastet durch eine Gewinnwarnung des französischen Zulieferers OPmobility. Infineon gab trotz starker Samsung-Zahlen 3,4 Prozent nach. BMW profitierte von guten Nachrichten zum Absatz des neuen Elektro-SUVs. Bei BASF bleibt die anvisierte Übernahme von Evonik Thema.
Marktexperte Andreas Lipkow von CMC Markets dämpft die Erwartungen: Solange weder bei Energiepreisen noch bei Renditen Entspannung eintrete, dürfte die Bereitschaft zu größeren Aktienkäufen begrenzt bleiben.
Der Terminkalender ist überschaubar. Um 16:00 Uhr erscheint das Konsumklima der Universität Michigan für Oktober, erwartet werden 48,0 Punkte nach 48,1 im September. Gleichzeitig stehen die Zahlen von Delta Air Lines an. Hält der DAX die Marke von 25.000 Punkten, wäre der Wochenverlust begrenzt.
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