Die Ampel steht auf Vorsicht: Asiens Börsen starten zurückhaltend in die Woche, während der Ölpreis erneut anzieht. Grund ist der stockende Konflikt zwischen den USA und dem Iran – und der lässt auch europäische Anleger nicht kalt.
Donald Trump hat einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus zurückgewiesen. Der US-Präsident wirft Teheran vor, auf ein Abkommen zu drängen, das ihm nicht weit genug geht.
Für kommende Woche werden dennoch neue indirekte Gespräche erwartet, nachdem beide Seiten am Rande der UN-Generalversammlung in New York erstmals seit Monaten wieder miteinander sprachen. Die Unsicherheit treibt den Ölpreis weiter nach oben – Brent legte zuletzt kräftig zu und hat allein in diesem Monat rund 17 Prozent gewonnen.
Anleiherenditen setzen Aktien unter Druck
Parallel zur Ölpreis-Entwicklung ziehen die Anleiherenditen an. Dreißigjährige US-Staatsanleihen notieren nahe ihrem höchsten Stand seit 2004, nachdem sie allein in diesem Monat um mehr als 25 Basispunkte gestiegen sind. Der Markt preist inzwischen eine hohe Wahrscheinlichkeit ein, dass die US-Notenbank im Oktober erneut die Zinsen anhebt.
Höhere Zinsen bedeuten höhere Diskontierung künftiger Unternehmensgewinne – ein Belastungsfaktor gerade für wachstumsstarke Titel. Gleichzeitig zeigt sich die US-Konjunktur überraschend robust: Das Prognosemodell der Atlanta Fed sieht das Wachstum im laufenden Quartal bei kräftigen fünf Prozent. Diese Gemengelage aus starker Konjunktur und steigenden Zinsen sorgt an den Terminmärkten für ein uneinheitliches Bild.
Futures auf den DAX zeigten sich zuletzt moderat fester, während Euro-Stoxx-Kontrakte ebenfalls leicht zulegten. An der Wall Street tendierten S&P-500-Futures dagegen leicht schwächer. Der Euro geriet unter Druck und büßte im laufenden Monat rund zwei Prozent gegenüber dem Dollar ein, während der Dollar-Index auf ein Zweimonatshoch kletterte.
Diese Woche stehen wichtige US-Konjunkturdaten an, darunter der Arbeitsmarktbericht für September am Freitag. Volkswirte rechnen mit einem Stellenzuwachs von rund 85.000 und einer Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent. Bleibt der Ölpreis auf dem aktuellen Niveau oder legt weiter zu, dürfte das die Inflationsdebatte neu befeuern – und damit auch die Zinserwartungen, die den DAX in den kommenden Tagen maßgeblich beeinflussen werden.
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