Der Dax ist am Freitag schnell zurück über die Marke von 25.000 Punkten gesprungen. Sie war am Vortag erstmals seit Juli unterschritten worden. Ausgerechnet eine höher als erwartet ausgefallene Inflation in der Eurozone brachte den Index nicht aus der Spur.
Öl und Anleihen geben Luft
Der Auslöser der Erholung lag an den Rohstoff- und Anleihemärkten. Brent fiel um knapp drei Prozent in Richtung 99 Dollar je Barrel. Hintergrund sind Berichte, wonach EU-Staaten eine französische Idee diskutieren, Kraftstoff- und Rohölreserven freizugeben. Das soll die angespannte Marktlage lindern und ein mögliches US-Exportverbot für Diesel abwenden helfen.
Auch die Renditen gaben nach. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte zuletzt bei 3,443 Prozent. Am Vortag hatte es einen Ausverkauf gegeben, der vor allem französische Staatsanleihen traf. Deren Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen liegt laut Helaba auf einem Niveau, das zuletzt 2012 in der Euro-Schuldenkrise erreicht wurde.
Mittags notierte der Dax rund 0,7 Prozent im Plus bei etwa 25.118 Punkten. Das Wochenminus schrumpfte auf knapp ein Prozent.
KI-Werte vorn, Banken schwächer
Die Stütze kam erneut von Titeln mit KI-Bezug. Infineon legte zeitweise über fünf Prozent zu, Siemens Energy und Hochtief gewannen jeweils zwischen gut zwei und drei Prozent. Der europäische Technologiesektor erreichte ein Hoch seit Juni.
Am anderen Ende stand die Commerzbank. Nach der Deutschen Bank strich nun auch RBC sein positives Votum und stufte auf „Sector Perform“ ab. Die Aktie verlor bis zu 1,9 Prozent.
Die Sportartikelwerte standen im Blick, nachdem Nike mit einem schwachen Ausblick und einem Sparprogramm außerbörslich zweistellig abgerutscht war. Adidas ließ sich davon kaum beeindrucken und drehte ins Plus. Händler verwiesen darauf, dass die Probleme bei Nike weitgehend hausgemacht seien.
Inflation hoch, Zinsen im Blick
Die Teuerung im Euroraum stieg im September auf 3,8 Prozent, erwartet worden waren 3,7 Prozent. Die Kernrate zog leicht auf 2,5 Prozent an. Die Helaba hält es angesichts bereits eingepreister Zinsschritte für fraglich, dass dies die Zinserwartungen weiter anheizt.
Mehr Gewicht hatte der US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag. Erwartet wurde ein Stellenplus von nur noch 84.000, etwa die Hälfte des Vormonats. Händler beschrieben die Logik als umgekehrt: Schwächere Daten gelten als börsenfreundlich, starke Zahlen könnten die Fed zu einer Zinserhöhung noch vor den US-Zwischenwahlen am 3. November zwingen. Der Markt preist bereits bis zu vier Schritte bis ins kommende Jahr ein.
Das Allzeithoch des Dax stammt vom 28. August und liegt bei 26.618,74 Punkten. Bis dahin fehlen rund sechs Prozent.
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