Nach drei Gewinntagen in Folge droht dem deutschen Leitindex zur Wochenmitte eine Verschnaufpause. Der Broker IG sah den DAX knapp zwei Stunden vor Handelsbeginn gut ein halbes Prozent tiefer bei rund 25.335 Punkten. Ein Absturz ist das nicht, eher ein Durchatmen auf hohem Niveau.
Zurückhaltung vor den Bilanzen
Der Grund für die Vorsicht liegt in der Terminlage. Die Berichtssaison zum dritten Quartal beginnt, und große US-Konzerne legen bald ihre Zahlen vor. Viele Investoren dürften vorher keine neuen Risiken eingehen.
Hinzu kommt der Ölpreis. Brent notiert wieder über 101 Dollar je Barrel, nachdem er zuletzt zeitweise nachgegeben hatte. Außerdem bleiben die Renditen an den Anleihemärkten hoch, vor allem bei französischen Staatspapieren, auch wenn sich die Lage zuletzt etwas entspannt hat.
Gestern schloss der DAX noch bei 25.449 Punkten und damit 0,77 Prozent im Plus. Die Futures notierten am Morgen bei rund 25.469 Punkten, ebenfalls im Minus. Technisch sitzt der Markt damit zwischen einem starken Widerstandsbereich oberhalb und einer wichtigen Unterstützung darunter.
Rückenwind aus den USA, Druck aus Asien
Die Vorgaben aus Übersee waren eigentlich freundlich. Der S&P 500 erreichte im Handelsverlauf ein Rekordhoch knapp unter 7.845 Punkten und schloss 0,58 Prozent höher. Auch der Nasdaq 100 markierte eine neue Bestmarke. Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht darin Zuversicht, dass die KI-Nachfrage stark bleibt.
Analysten rechnen für die S&P-500-Unternehmen im dritten Quartal mit einem durchschnittlichen Gewinnanstieg von rund 25 Prozent. Die Latte liegt damit hoch.
In Asien überwog dagegen die Vorsicht. Der Nikkei gab 0,7 Prozent nach, in Südkorea ging es 1,4 Prozent abwärts. Die chinesischen Festlandbörsen blieben wegen der „Goldenen Woche“ geschlossen. Auch die US-Futures gaben über Nacht leicht nach.
Was jetzt zählt
Die Marke von 25.335 Punkten dient kurzfristig als Orientierung. Hält der Index sie zum Handelsstart, bleibt es bei einer milden Konsolidierung nach der dreitägigen Erholung. Fällt er deutlich darunter, rückt die untere Unterstützungszone in den Blick, die auch die Futures-Analysten im Auge haben. Nach oben bleibt der Bereich um das jüngste Hoch die erste Hürde, solange Ölpreis und Anleiherenditen den Takt vorgeben.
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