Der Oktober beginnt für den deutschen Leitindex mit Gegenwind. Zins- und Inflationssorgen drücken auf die Stimmung, die Marke von 25.000 Punkten rückt nach mehr als zwei Monaten wieder ins Blickfeld.
Vorbörse deutet auf schwachen Start
Der Broker IG sah den DAX zwei Stunden vor Xetra-Start 0,4 Prozent im Minus bei 25.107 Punkten. Der DAX-Future verlor am frühen Morgen zuletzt 110 Zähler auf 25.261 Punkte. Das Tagestief lag dort bei 25.179 Punkten. Am Mittwoch hatte der Index bei 25.199 Punkten geschlossen, ein Minus von 0,79 Prozent.
Der September endete damit für den Leitindex mit einem Monatsverlust von rund vier Prozent. Er schloss am unteren Rand seiner Monatsspanne. Nun winkt der tiefste Stand seit Ende Juli.
Hohe Inflationszahlen aus europäischen Ländern hatten am Mittwoch die Bilanz weiter eingetrübt. Marktbeobachter Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht in den Anleiherenditen den wichtigsten Taktgeber für den deutschen Aktienmarkt. „Mit jeder neuen Verkaufswelle am Anleihemarkt wächst der Druck auf den Dax, der aus seiner Handelsspanne nach unten herauszufallen droht“, schrieb er.
Ölpreis und Wall Street liefern gemischte Signale
An der Wall Street stützten unerwartet niedrige US-Inflationsdaten die Kurse nur zum Teil. Am Ende überwog die Sorge, dass die wegen des Iran-Kriegs steigenden Ölpreise die Teuerung anheizen. Der Dow Jones verlor 0,86 Prozent auf 50.906 Punkte und beendete den Monat ebenfalls mit einem Minus von gut vier Prozent. Der Nasdaq 100 schloss dagegen leicht im Plus.
Am Donnerstagmorgen gaben die Ölpreise etwas nach. Brent kostete zuletzt rund 96,60 Dollar je Barrel, gut 1,4 Prozent weniger als zuvor. Der Euro notierte leicht tiefer bei 1,1321 Dollar.
Asiens Börsen zeigten sich freundlich. Der Nikkei 225 legte zeitweise über drei Prozent zu, gestützt von den starken Zahlen des Chipherstellers Micron und den etwas niedrigeren Ölpreisen. In China und Hongkong ruhte der Handel feiertagsbedingt.
Unternehmensmeldungen im Index
Auf Einzelwertebene stehen mehrere Meldungen an. Fresenius übernimmt die restlichen 45 Prozent an der Biopharma-Tochter mAbxience und zahlt dafür bis zu 750 Millionen Euro. Infineon hat im thailändischen Samut Prakan eine neue Backend-Fabrik eröffnet. Bei Volkswagen soll die Softwaretochter Cariad rund 1.000 Stellen streichen, die Investitionen sollen in den kommenden Jahren deutlich sinken.
Für den Tagesverlauf zählt vor allem der Anleihemarkt. Fallen die Renditen nicht zurück, dürfte die 25.000er-Marke zum ersten Prüfstein des Oktobers werden.
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