Rund um die Commerzbank zeichnet sich eine Phase der Unsicherheit ab. Der Übernahmeversuch durch den italienischen Konkurrenten UniCredit hält das Frankfurter Geldhaus in Atem und sorgt an den Märkten für Zurückhaltung. Am heutigen Montag erholt sich der Kurs leicht: Die Aktie legt um 1,1 Prozent zu und steht bei 39,51 Euro.
Gegenwind kommt aus der Politik. Die Bundesregierung forderte von UniCredit vor gut einer Woche verbindliche Zusagen. Berlin pocht auf den Erhalt bestehender Arbeitsplätze, den Verbleib des Hauptsitzes in Frankfurt sowie die Fortführung der Börsennotierung. Ein zentrales Anliegen bleibt zudem die verlässliche Kreditversorgung des deutschen Mittelstands.
Vorsichtige Stimmen aus den Analysehäusern
Die anhaltende Hängepartie hinterlässt Spuren in den Einschätzungen der Experten. Am Freitag senkte RBC Capital Markets das Kursziel für die Commerzbank von 43 auf 40 Euro und stufte den Titel auf „Sector Perform“ herab. Die Analysten begründeten diesen Schritt mit gewachsenen Umsetzungsrisiken sowie der unklaren Lage im Zusammenhang mit UniCredit.
Medienberichten zufolge plädiert auch Deutsche Bank Research für Zurückhaltung. Die Experten stuften die Aktie auf „Hold“ herab, beließen das Kursziel jedoch bei 42 Euro. Sie verwiesen dabei vor allem auf offene Fragen zur künftigen strategischen Ausrichtung des Kreditinstituts.
Eigene Aktienkäufe und anstehende Quartalszahlen
Das Frankfurter Institut setzt ungeachtet der Übernahmediskussion eigene Maßnahmen um. Vom 21. bis einschließlich 25. September kaufte die Commerzbank insgesamt 2.037.832 eigene Aktien im Rahmen ihres laufenden Rückkaufprogramms zurück.
Wichtige Impulse für die fundamentale Bewertung stehen im kommenden Monat an. Am 5. November veröffentlicht das Geldhaus seinen Zwischenbericht für das dritte Quartal. Dieser Termin dürfte Aufschluss darüber geben, wie sich das operative Geschäft inmitten des Übernahmepokers behauptet.
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