Das Übernahmeangebot der UniCredit hat ein Problem: Der Markt glaubt nicht daran. Während die Mailänder Bank 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Anteil bietet — rechnerisch rund 30,80 Euro —, notiert die Commerzbank-Aktie bereits darüber. Und unabhängige Analysten sehen noch deutlich mehr Luft nach oben.
Was die Analysten sagen
Sechzehn Analystenhäuser haben die Commerzbank unter der Lupe. Ihr mittleres Kursziel liegt bei 37,88 Euro, das optimistischste Haus traut dem Papier sogar 44,00 Euro zu. Die Mehrheit der Experten empfiehlt die Aktie mit „Buy“ oder „Overweight“ — nur eine Minderheit bleibt bei „Hold“.
Das ist kein neutrales Marktgeschehen. Es ist Rückenwind für das Frankfurter Management, das das UniCredit-Angebot als zu niedrig ablehnt. In Finanzkreisen heißt es, die Offerte spiegele weder die operative Stärke noch die künftigen Ertragspotenziale der Bank angemessen wider.
Orlopp setzt auf Eigenständigkeit
Hinter dem Widerstand steht eine klare Strategie: CEO Bettina Orlopp treibt die digitale Transformation voran und baut das Mittelstandsgeschäft aus. Die Risikolage in den Kreditportfolios hat sich stabilisiert — ein Argument, das die Bank in der Auseinandersetzung mit UniCredit aktiv nutzt.
Rückhalt kommt auch vom Bund, der noch rund zwölf Prozent der Anteile hält, sowie von der Belegschaft. Gemeinsam stemmen sie sich gegen einen Anteilstausch zu aktuellen Konditionen.
UniCredit steht damit unter Druck: Entweder das Angebot wird nachgebessert, oder es läuft schlicht ins Leere — denn wer tauscht schon zu einem Preis, den der Markt längst überholt hat.
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