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Carnival Aktie: Queen Anne wechselt zu P&O

Sinkende Karibik-Ticketpreise treffen auf Carnivals Flottenwechsel und ausgezeichnete Neubauten von Princess Cruises.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Karibikkapazität 2026 um 11,5 Prozent höher
  • Carnivals Karibik-Ticketpreise sieben Prozent niedriger
  • Queen Anne wechselt 2029 zu P&O Cruises
  • Princess-Schiffe gewinnen Mega-Schiff-Auszeichnungen

Die Kreuzfahrtbranche sieht sich auf ihren ertragreichen Karibik-Routen mit wachsendem Preisdruck konfrontiert. Eine spürbare Ausweitung des Angebots trifft auf verhaltenere Preisdurchsetzungen bei den Vorausbuchungen für die Wintersaison. Auch der weltgrößte Kreuzfahrtkonzern Carnival spürt die Folgen dieses Überangebots, während der Konzern zugleich seine Markenflotten für die kommenden Jahre strategisch umbaut.

Wachsende Kapazitäten dämpfen Ticketpreise

Nach Berechnungen der Investmentbank Goldman Sachs liegt die Passagierkapazität in der Karibik im Jahr 2026 um 11,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr 2019 beträgt das Plus sogar fast 60 Prozent.

Diese Zunahme an verfügbaren Betten schlägt sich zunehmend in den Buchungswerten nieder. Die durchschnittlichen Einstiegspreise für Innenkabinen auf Fünf- bis Sieben-Nächte-Fahrten im Januar gaben laut Erhebungen von CruiseCritic auf 748 US-Dollar nach, verglichen mit 846 US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

Der Trend zeigt sich deutlich in den Buchungszyklen für das erste Quartal 2027. Bei Carnival lagen die im September erzielten Ticketpreise für Karibikreisen um sieben Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszyklus.

Konkurrent Royal Caribbean verzeichnete ein Minus von acht Prozent, während Norwegian Cruise Line sogar einen Rückgang von 21 Prozent hinnehmen musste. Gestern schloss die Carnival-Aktie an der US-Börse bei 26,15 US-Dollar, was einem Tagesverlust von 1,6 Prozent entspricht. Über einen Zeitraum von 30 Tagen verzeichnet das Papier dennoch ein Plus von 13 Prozent.

Flottenumbau und Großschiff-Strategie

Um sich in den verschiedenen Marktsegmenten robuster aufzustellen, setzt Carnival auf eine gezielte Flottenallokation zwischen den Konzerntöchtern. Zuletzt kündigte das Unternehmen Verschiebungen für das Jahr 2029 an.

Die 2024 in Dienst gestellte Queen Anne wird nach ihrer Weltreise im Frühjahr 2029 von Cunard zur britischen Schwestermarke P&O Cruises wechseln. Das für knapp 3.000 Passagiere ausgelegte Schiff soll vor dem Wechsel umgestaltet und umbenannt werden, wodurch die Cunard-Flotte vorübergehend auf drei Einheiten schrumpft.

Im Gegenzug verstärkt die P&O-Einheit Arcadia ab 2029 die Flotte von Holland America Line. Durch die Übernahme des Schiffes wächst diese Flotte auf zwölf Einheiten und gewinnt eine Kapazität von mehr als 2.000 Gästen hinzu.

Zudem stehen Modernisierungen an: Holland America plant Upgrades für die Oosterdam ab Herbst 2027 sowie für die Zuiderdam ab April 2028. Bei Cunard soll das Flaggschiff Queen Mary 2 im Frühjahr 2027 einer 40-tägigen Werftüberholung unterzogen werden.

Auszeichnungen für die Neubau-Offensive

Während die traditionelleren Marken Schiffe tauschen, setzt die Tochtermarke Princess Cruises verstärkt auf ihre neuen Großbauten der Sphere-Klasse. Bei den aktuellen Condé Nast Traveler Readers’ Choice Awards sicherte sich die Reederei die Spitzenplatzierung in der Kategorie der Mega-Schiffe.

Die Sun Princess gewann die Auszeichnung zum dritten Mal in Folge. Die baugleiche Star Princess, die im Oktober 2025 debütierte, wurde im ersten Jahr ihrer Wählbarkeit ebenfalls prämiert.

Die beiden Einheiten mit einer Vermessung von jeweils 177.000 Tonnen fassen je 4.300 Passagiere. Carnival versucht über Skaleneffekte und moderne Schiffskonzepte dem allgemeinen Renditedruck entgegenzuwirken, der durch das hohe Branchenangebot in den Kerngebieten entstanden ist.

Ob die Nachfrage die zusätzlichen Bettenkontingente mittelfristig ohne weitere Preisnachlässe absorbieren kann, bestimmt die Margenentwicklung der kommenden Buchungsrunden.

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