Carl Zeiss Meditec erweitert sein Angebot in Japan, während der Konzern einen weltweiten Stellenabbau vorbereitet. Gestern gab ZEISS Medical Technology die kommerzielle Verfügbarkeit der monofokalen Intraokularlinse CT LUCIA 621P bekannt. Die Einführung ergänzt den dortigen Katarakt-Workflow. Für Anleger steht damit ein konkreter Produktfortschritt den Belastungen gegenüber, die den Konzernumbau und die skeptischen Analystenurteile prägen.
Japan-Einführung ergänzt das Angebot
Die Nachricht betrifft die kommerzielle Verfügbarkeit der Linse in Japan und damit einen konkreten Schritt im Produktgeschäft. ZEISS ordnet die Einführung ausdrücklich als Erweiterung seines Katarakt-Workflows ein. Der Ausbau des Angebots bildet damit den operativen Schwerpunkt der jüngsten Unternehmensmeldung.
Bereits am 6. Oktober hatte ZEISS neue digitale und ophthalmologische Workflow-Lösungen für die AAO angekündigt. Dabei verwies das Unternehmen unter anderem auf mehr als 15 Millionen weltweit mit ZEISS SMILE und SMILE pro behandelte Augen.
Beide Mitteilungen richten den Blick auf Produkte und Arbeitsabläufe. Für die Einordnung der Aktie ist allerdings entscheidend, zwischen solchen operativen Fortschritten und der erwarteten Ergebnisentwicklung zu unterscheiden. Die Einführung in Japan ist ein konkreter Ausbau des Angebots, aber noch kein Beleg für eine Trendwende beim Ergebnis.
Stellenabbau als zweite Aufgabe
Am 8. Oktober informierte Carl Zeiss Meditec bei einer Betriebsversammlung in Jena über betroffene Bereiche. Medienberichten zufolge bezifferte Finanzvorstand Justus Felix Wehmer den erwarteten weltweiten Abbau im Zuge des Programms auf 600 bis 700 Arbeitsplätze.
In Jena seien Stellen im mittleren zweistelligen Bereich betroffen. Die Verhandlungen an deutschen Standorten liefen dem Bericht zufolge noch. Der angekündigte Abbau ist deshalb von bereits vollzogenen Maßnahmen zu unterscheiden.
Produkterweiterung und Personalumbau stehen somit nebeneinander. Für Anleger ergibt sich daraus ein gemischtes Bild: Das Unternehmen erweitert sein Angebot und verhandelt zugleich über Einschnitte an seinen Standorten.
Analysten setzen weiter niedrige Ziele
Morgan Stanley bestätigte am Dienstag Medienberichten zufolge die Einstufung „Underweight“. Das Kursziel hob das Haus von 25,88 EUR auf 26,50 EUR an.
Die Anhebung fiel damit nicht mit einer besseren Einstufung zusammen. Sie signalisiert eine veränderte Zielmarke, aber keine grundsätzliche Abkehr von der zurückhaltenden Bewertung.
Goldman Sachs hatte Carl Zeiss Meditec vor gut drei Wochen von „Neutral“ auf „Sell“ abgestuft und das Kursziel von 27 auf 23 Euro gesenkt.
Als Gründe nannte Goldman die wachsende Lücke zwischen Bewertung und Umsatzperspektive sowie die Einschätzung, dass die Ergebnisentwicklung noch keinen Boden gefunden habe. An diesem Maßstab muss sich auch der Produktausbau messen lassen: Entscheidend ist, ob operative Fortschritte künftig die Umsatz- und Ergebnisperspektiven verbessern.
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