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BYD Aktie: Service-Probleme in Südkorea?

Starke September-Zahlen in zwei Exportmärkten treffen auf mögliche britische Sonderzölle und Fragen zur Servicequalität in Südkorea.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Australien: September-Auslieferungen steigen um 61,1 Prozent
  • Britische Neuzulassungen legen um 80 Prozent zu
  • Sonderzölle auf chinesische E-Autos werden erwogen
  • Südkoreas Parlament befragt BYD-Vertreter zur Reparaturdauer

Der chinesische Elektrofahrzeughersteller BYD baut seine Marktposition außerhalb des Heimatmarkts deutlich aus. Neueste Zulassungsdaten belegen kräftige Zuwächse in Schlüsselmärkten wie Australien und Großbritannien. An den Börsen spiegelt sich die operative Dynamik vorerst verhalten wider: Im heutigen Handel gibt die Aktie um 0,6 Prozent auf 8,47 Euro nach. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier einen Rückgang von 21 Prozent.

Starke Absatzzahlen in Australien und Großbritannien

In Australien festigte BYD im September seine Position als zweitstärkste Automarke hinter Toyota. Das Unternehmen lieferte im vergangenen Monat 8.191 Fahrzeuge aus, was einem Anstieg von 61,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht. In den ersten neun Monaten des Jahres kletterten die Verkäufe dort um 102 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auf dem britischen Markt. Nach Angaben des dortigen Branchenverbands SMMT erzielte BYD im September im Vereinigten Königreich 20.129 Neuzulassungen. Das entspricht einem Plus von 80 Prozent gegenüber dem September des Vorjahres und einem Marktanteil von 5,76 Prozent.

Der wachsende Zuspruch auf diesen Exportmärkten unterstreicht das Bestreben des Managements, die Abhängigkeit vom intensiven Preiswettbewerb in China schrittweise zu verringern. Mit steigenden Volumina rücken für den Konzern jedoch auch handelspolitische und betriebliche Reibungspunkte in den Fokus.

Zollsorgen und Herausforderungen im Service

Im Vereinigten Königreich drohen neue politische Hürden. Medienberichten zufolge erwägt die britische Regierung Sonderzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge, um heimischen Produktionsstandorten langfristig den Zugang zu europäischen Regelungen zu sichern. Bislang unterliegen entsprechende Fahrzeugimporte dort einem Basistarif von zehn Prozent.

Parallel dazu gerät die Serviceinfrastruktur in den Blickpunkt. In Südkorea, wo der Absatz in den ersten neun Monaten auf 20.137 Neuzulassungen kletterte, muss sich das Management nun kritischen Fragen stellen.

Am morgigen Mittwoch soll BYD-Korea-Vertreter Cho In-cheol vor dem Verkehrsausschuss des südkoreanischen Parlaments aussagen. Anlass sind unter anderem Diskussionen über eine durchschnittliche Reparaturdauer von 9,8 Tagen sowie hohe Schadenquoten bei den eingeführten Fahrzeugen.

Breitere Modellpalette soll Position absichern

Um die Marktpräsenz im asiatisch-pazifischen Raum zu festigen, setzt das Unternehmen parallel auf Produktneuerungen. So öffnete die Landesgesellschaft in Südkorea Vorbestellungen für eine allradgetriebene Version des Sealion 6 DM-i mit Plug-in-Hybridantrieb. Für die weitere Entwicklung bleibt der Ausbau verlässlicher Kundendienststrukturen in den Importländern ein entscheidender Faktor, um die erzielten Marktanteilsgewinne nachhaltig abzusichern.

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