Executive Vice President Stella Li hat heute den vorläufigen Verzicht des Konzerns auf den Pkw-Verkauf in den Vereinigten Staaten bekräftigt. Als Begründung nannte sie mangelnde Klarheit sowie fehlende Stabilität im US-Markt. Zudem bezeichnete Li die geopolitischen Rahmenbedingungen als größte Hürde für die weltweite Expansion des chinesischen Elektrofahrzeugherstellers.
Vorsicht in Amerika, Zuwachs in Europa
Während die Pläne für Pkw in Nordamerika ruhen, forciert das Unternehmen seinen Auftritt auf anderen Auslandsmärkten. Am Montag vermeldete der Hersteller für das Geschäft in Deutschland 6.052 Neuzulassungen im September. Dabei erreichte der Anteil privater Käufer 65 Prozent. Das Unternehmen bezeichnete diesen Wert als neuen Höchststand im Privatkundengeschäft.
Dieser Vorstoß auf europäischen Märkten soll den zunehmenden Gegenwind im Heimatland auffangen. Ein intensiver Preiskampf und eine schwächere Inlandsnachfrage belasten den chinesischen Automobilsektor spürbar. Für internationale Hersteller gewinnt die Erschließung neuer Vertriebskanäle außerhalb Chinas daher rasant an Bedeutung.
Exportdynamik trifft auf verhaltene Inlandsnachfrage
Die Diskrepanz zwischen Übersee-Erfolgen und heimischer Kaufzurückhaltung prägt auch die gesamten Absatzzahlen. In den ersten neun Monaten des Jahres verkaufte das Unternehmen 3.131.576 Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Das entspricht einem leichten Rückgang von 3,94 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Diese Zahlen sind ungeprüft und können nachträglichen Anpassungen unterliegen.
Laut Reuters legten die weltweiten Fahrzeugverkäufe im September im Vorjahresvergleich um 17 Prozent auf 463.561 Einheiten zu. Die Auslieferungen von Pkw und Pick-ups ins Ausland kletterten dabei um 153,9 Prozent auf 179.877 Fahrzeuge. Das Auslandsgeschäft bleibt damit die wichtigste Stütze gegen den schwächelnden Heimatmarkt.
Analysten blicken uneins auf die Aussichten
Die Experten bewerten die Perspektiven des Konzerns gespalten. Soochow Securities bekräftigte am Mittwoch seine Kaufempfehlung für die Aktie und verwies auf das anhaltend hohe Niveau der Auslandsverkäufe.
Vor gut einer Woche stufte JPMorgan das Papier hingegen von „Overweight“ auf „Neutral“ herab und senkte das Kursziel auf 88 Hongkong-Dollar. Die Analysten begründeten diesen Schritt mit einer erwarteten Schwäche des chinesischen Automobilsektors in der zweiten Jahreshälfte.
Im Börsenhandel spiegelt sich die Zurückhaltung der Anleger wider. Die BYD-Aktie verliert heute 1,4 Prozent und steht bei 8,29 Euro. Damit notiert das Papier nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 8,03 Euro.
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