Am gestrigen Dienstag geriet die Aktie von BYD spürbar unter Druck. Das Papier verlor 2,9 Prozent und schloss bei 8,48 Euro. Auslöser der Abgaben war eine skeptische Einschätzung von JPMorgan: Die US-Bank stufte den chinesischen Elektrofahrzeughersteller von „Overweight“ auf „Neutral“ herab.
Die Analysten begründeten ihre vorsichtigere Haltung vor allem mit einer schwächeren Inlandsnachfrage und steigenden Vorleistungskosten auf dem Heimatmarkt. Zudem belasten politische Unsicherheiten das Umfeld. Auch Handelsbarrieren trüben die Aussichten für die internationale Expansion. Der Schritt von JPMorgan betrifft die gesamte Branche: Neben BYD stuften die Experten auch die Konkurrenten XPeng, Geely und Leapmotor auf „Neutral“ ab.
Im Zuge der Neueinstufung reduzierte JPMorgan das Kursziel für BYD deutlich von 124 auf 88 HK$.
Bremsspuren im Auslandsgeschäft befürchtet
Die Skepsis der Analysten spiegelt die wachsenden Hürden wider, vor denen chinesische Autobauer auf globalen Märkten stehen. Zölle und protektionistische Tendenzen erschweren den Absatz außerhalb des Heimatmarktes zunehmend. Um dieser Entwicklung zu begegnen, treibt das Unternehmen die Erweiterung seiner Modellpalette weiter voran.
So öffnete die Konzernmarke Fang Cheng Bao gestern die landesweiten Kundenregistrierungen für das Flaggschiff-SUV Ti 9. Zudem beschlossen die Aktionäre auf einer außerordentlichen Hauptversammlung personelle Veränderungen im Führungsgremium: Für eine Amtszeit von drei Jahren wurden Li Gang und Xu Tu zu unabhängigen nicht geschäftsführenden Direktoren bestellt, während Cai Hong-ping und Li Yong-zhao als nicht geschäftsführende Direktoren in den Verwaltungsrat einzogen.
Neuerungen im Führungsgremium
Das neu aufgestellte Gremium steht vor der Aufgabe, den Konzern durch ein zunehmend anspruchsvolles Marktumfeld zu steuern. Während der Wettbewerbsdruck in China hoch bleibt, hängt die weitere Entwicklung maßgeblich davon ab, wie effektiv das Unternehmen Kostensteigerungen und geopolitische Risiken abfedern kann.
Medienberichten zufolge legte der weltweite Absatz alternativer Antriebe im August kräftig zu. Die Skepsis am Markt überwiegt dennoch: Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Kursrückgang von 21 Prozent.
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