Im asiatischen Handel gerieten die Papiere von BYD gestern unter Abgabedruck und schlossen mit einem Minus von 2,4 Prozent bei 8,39 Euro. Auslöser war eine schwache Marktstimmung in Hongkong, wo der Hang Seng Index um 2,6 Prozent nachgab. Steigende Renditen von US-Staatsanleihen und anziehende Ölpreise dämpften die Risikofreude der Investoren und zogen den gesamten Sektor nach unten.
Makroökonomischer Druck belastet den Sektor
Die jüngsten Zins- und Rohstoffentwicklungen sorgten an den Finanzplätzen für Zurückhaltung. Ziehen die Zinsen in den USA an und verteuern sich die Energiekosten, reagieren Anleger vor allem bei zyklischen Konsumwerten wie Automobilherstellern vorsichtig. Bei BYD wirkte sich dieses Umfeld unmittelbar auf die Handelsstimmung aus.
Zugleich bleibt das Branchenumfeld von Skepsis geprägt. Am Dienstag stufte JPMorgan die Aktie von „Overweight“ auf „Neutral“ herab. Das Analysehaus senkte das Kursziel deutlich von 124 auf 88 HK$.
Die Experten begründeten diesen Schritt mit einer erwarteten Schwäche des chinesischen Automobilsektors. Neben der verhaltenen Inlandsnachfrage machten die Analysten steigende Beschaffungskosten, politische Unwägbarkeiten sowie internationale Handelsbarrieren als wesentliche Hürden aus.
Auslandsgeschäft stützt das Absatzvolumen
Operativ meldete der Konzern am Donnerstag Zuwächse beim Gesamtabsatz. Im September lieferte das Unternehmen 463.561 Fahrzeuge aus, was einem Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Besonders dynamisch entwickelte sich das Geschäft außerhalb Chinas, wo die Auslieferungen von Pkw und Pickups um mehr als das Anderthalbfache auf 179.877 Einheiten kletterten.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters trugen diese Exporte maßgeblich dazu bei, die schwache Nachfrage im chinesischen Heimatmarkt abzufedern. Die Auslieferungen teilten sich auf 273.143 rein batterieelektrische Pkw und 183.570 Plug-in-Hybride auf.
Trotz des Zuwachses im September lag das Gesamtvolumen der ersten neun Monate mit 3.131.576 Fahrzeugen um 3,94 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der internationale Expansionskurs bleibt damit der entscheidende Hebel, um die Zurückhaltung der chinesischen Autokäufer auszugleichen.
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