Beim Vorstoß in neue Überseemärkte verzeichnet der chinesische Fahrzeugbauer BYD einen weiteren Zuwachs. Wie die Nachrichtenagentur Reuters gestern berichtete, ist das Unternehmen in Argentinien zur neuntmeistverkauften Automarke aufgestiegen.
Der Konzern war dort Ende 2025 an den Start gegangen. Der Erfolg reiht sich in eine umfassendere Expansion chinesischer Autohersteller auf dem argentinischen Markt ein. An den Börsen dominierte vor dem Wochenende dennoch Vorsicht: Die BYD-Aktie gab am Freitag um 2,4 Prozent auf 8,39 Euro nach.
Internationales Geschäft wächst rasant
Die Entwicklung in Südamerika spiegelt die veränderten Prioritäten des Konzerns wider, der Absatzchancen verstärkt außerhalb der Volksrepublik sucht. Am Donnerstag bezifferte das Unternehmen die weltweiten Fahrzeugverkäufe für den Monat September auf 463.561 Einheiten. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Verantwortlich für das Absatzplus war vor allem die Nachfrage im Ausland. Die internationalen Auslieferungen von Personenkraftwagen und Pickups kletterten im September um 153,9 Prozent auf 179.877 Einheiten. Das Auslandsgeschäft gewinnt für das Unternehmen damit spürbar an Gewicht und federt die Belastungen auf traditionellen Märkten ab.
Gegenwind im chinesischen Heimatmarkt
Dass die Zuwächse jenseits der Heimatgrenzen dringend benötigt werden, verdeutlicht die Lage vor Ort. Laut Reuters belasten eine anhaltend schwache Inlandsnachfrage sowie ein spürbar anziehender Wettbewerb die Hersteller in China. Der erbitterte Preiskampf und die Zurückhaltung der Konsumenten dämpfen die Aussichten.
Auch Analysten blicken zurückhaltender auf das Umfeld im wichtigsten Automarkt der Welt. Am Dienstag stufte JPMorgan die Aktie von Overweight auf Neutral herab und strich das Kursziel von 124 auf 88 HK$. Medienberichten zufolge verwiesen die Experten zur Begründung auf die Schwäche und die strukturellen Herausforderungen des chinesischen Automobilsektors.
Mit dem jüngsten Kursrückgang steht bei dem Papier seit Jahresanfang ein Minus von 22 Prozent zu Buche. Die kommenden Monate dürften zeigen, in welchem Umfang die rasche Erschließung neuer Exportregionen wie Lateinamerika die Bremsspuren auf dem chinesischen Markt ausgleichen kann.
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