Der chinesische Automobilkonzern BYD hat die Verständigung über den Fahrzeughandel zwischen der Europäischen Union und China offiziell begrüßt. Die Einigung war im Rahmen des zweiten China-EU-Dialogs über Handel und Investitionen erzielt worden.
Wie das Unternehmen heute mitteilte, trage dieser Schritt dazu bei, handelspolitische Differenzen konstruktiv zu steuern. Gleichzeitig schaffe die Einigung ein stabiles und verlässliches regulatorisches Umfeld für den künftigen Export von Hybridfahrzeugen in den europäischen Markt.
An den Finanzmärkten sorgten die Rahmenbedingungen für den Außenhandel zuletzt für spürbare Zurückhaltung bei den Anlegern. Im europäischen Handel notiert die Aktie von BYD heute bei 8,26 Euro, was einem Minus von 1,1 Prozent entspricht. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust des Papiers auf 23 Prozent.
Neuer Rahmen für Hybridexporte
Hintergrund der Unternehmensreaktion ist eine Vereinbarung zwischen Brüssel und Peking, mit der die Einfuhr chinesischer Hybridfahrzeuge in die Europäische Union auf maximal 350.000 Einheiten pro Jahr begrenzt werden soll.
Chinesische Hersteller hatten ihre Ausfuhren in diesem Segment in den vergangenen Monaten forciert. Nach Einschätzung des Analysehauses Jefferies entfielen mehr als 90 Prozent des Absatzvolumens chinesischer Hybridmodelle in der Europäischen Union auf die drei Hersteller BYD, SAIC und Chery.
Für BYD stellt der europäische Markt eine zentrale Säule der internationalen Wachstumsstrategie dar. Um Handelsbarrieren abzufedern und Vorgaben zu erfüllen, setzt der Konzern neben klassischen Fahrzeugausfuhren zunehmend auf eine differenzierte Modellpalette.
Auf dem Pariser Autosalon stellte das Unternehmen Anfang der Woche sein Flaggschiff-SUV ATTO 8 mit Schnellladetechnik vor. Parallel dazu vermeldete die britische Tochtergesellschaft für September mit 20.140 Fahrzeugzulassungen den bisher höchsten Monats- und Quartalswert im Vereinigten Königreich.
Geschäftszahlen und Terminkalender
Im Heimatmarkt treibt der Konzern derweil die Modellerneuerung voran. Medienberichten zufolge wurden in China die Vorbestellungen für die zweite Generation des kompakten Elektromodells Seagull freigeschaltet. Offizielle Preise nannte BYD zum Start des Vorverkaufs noch nicht.
Klarheit über die finanzielle Verfassung des Gesamtkonzerns erwarten Marktteilnehmer in zwei Wochen. BYD hat für den 29. Oktober eine Vorstandssitzung anberaumt, auf der die ungeprüften Geschäftszahlen für das dritte Quartal sowie die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres beraten und beschlossen werden sollen. Der Zwischenbericht wird zeigen, wie stark sich das veränderte Marktumfeld auf die Margenentwicklung auswirkt.
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